Graf Michael Karl zu Althann verstorben

Ausgabe vom 25.05.1881

 

Graf Michael Karl zu Althann f. Se. Exzellenz
Michael Karl Graf zu A I t h a n n. Freiherr auf der
Goldburg zu Murstetten, Standesherr in Preußen und
erbliches Mitglied des preußischen Herrenhauses, Oberst-
Erblandvorschneider, Kampfrichter und Schildträger im
Erzherzogthume Österreich oberhalb und unterhalb der Enns,
Grand von Spanien erster Klasse, k. k. Kämmerer, geh.
Rath und erbliches Mitglied des Herrenhauses des
Reichsrathes, Oberstlientenant a. D., ist am 16. d. M. zu
Cannes im Alter von 80 Jahren gestorben. Der Ver­-
blichene war im April 1861 von dem böhmischen Land-­
tage, welchem er seit März desselben Jahres angehörte,
in das Abgeordnetenhaus des Reichsrathes gewählt
worden, wurde aber schon am 7. Februar 1862 als 
erb­liches Mitglied in das Herrenhaus berufen. 

Gottlieb Schoiber - neuer Pfarrer

 Ausgabe vom 21.02.1884 

(Murstetten.) Es ist eine schöne Sitte aus
dem Lande, daß die Pfarrgemeinde den Antritt ihres neuen Pfarrers und Seelsorgers, der bestimmt ist, eine Reihe von Jahren in ihrer Mitte zu weilen, ihnen zu dienen und Leiden und Freuden mit ihnen zu teilen, durch ein Freudenfest auszuzeichnen.
So war es auch am 14. Februar in Murstetten der Fall, wo der neu investirte Pfarrer, Herr Gottlieb Schoiber, dem schon der Ruf eines würdigen Priester vorausging, in seinen neuen Wirkungskreis von dem Herrn Dechant von Neulengbach eingeführt wurde.
Die Gemeinde war bemüht, diesen Tag recht festlich und feierlich auszuzeichnen. Gotteshaus und Pfarrhof prangten mit Kränzen und Aufschriften, Böller ließen aus ihrem Munde die Freudenkunde in die weite Ferne erschallen; viele weißgekleidete Mädchen nahmen ihren geistlichen Vater in die Mitte, überreichte ihm einen 


zierlichen Blumenstrauß und begleiteten ihn, umgeben von mehreren seiner Nachbarn u. Freunde, in die durch viele Grabdenkmale der in der österreichischen Geschichte berühmten Familie Althann, ausgezeichnete, überfüllte Pfarrkirche, wo ihn der Herr Dechant durch herzliche, liebreiche und die Gemeinde ehrende Worte seinen neuen Pfarrfindern vorstellte; eine schöne Kirchenmusik verherrlichte das Kirchenfest.
Nach Verlauf von 200 Jahren ist der gegenwärtige Seelsorger in Murstetten der erste, welcher aus der Diözese St. Pölten investiert wurde.


Neue Kirchen-Orgel

Ausgabe vom 20.10.1884