Pfarrkirche Murstetten
Eine erste Erwähnung gibt es in einer Urkunde von 1180, damals war sie Filiale von Kapelln (Bezirk St.Pölten). Aber bereits 1200 wurde Murstetten eigenständige Pfarre und blieb dies bis zur Aufhebung während der Reformationszeit im 16.Jhd.
Die Kirche war eine romanische Rundkirche. Darauf deutet das Mauerwerk des außen kreisrunden, innen aber sechsseitigen Chores hin.
Wahrscheinlich der Überrest der ursprünglichen romanischen Rundkirche.
1529 – 1. Türkenbelagerung:
Die Türken haben 1529, die Kirche zerstört. In der folgenden sogenannten Reformationszeit blieb sie in Trümmern liegen.
1616-1617: Wiederaufbau der Pfarrkirche durch Quintin von Althann
Es erfolgte der völlige Umbau/Neubau der Kirche.
Damals wurden die schönen Eingangsportale und die Gewölbe des Chores und des Schiffes ausgeführt.
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1683, Kriegsschäden und Brände:
Im Jahre 1683 bei der 2.Türkenbelagerung wurde Murstetten von den Türken in Brand gesteckt.
Auch die Kirche wurde niedergebrannt.
Siehe Zeitungsbericht in den Ereignissen von 1683
1712-1724:
Wiederherstellung der Kirche durch Graf Gundacker von Althann;
Der prächtige Musikchor und die Lorettokapelle sind damals entstanden.
1725: Weihe der Kirche, des Hochaltars, zweier Seitenaltäre und der Lorettokapelle am 16. Juli 1725.
1805, Franzosenkrieg: Kriegsschäden an der Kirche
1809: Franzosenkrieg: Die Franzosen setzten die Goldburg und die Kirche in Brand.
Auf den Kirchturm schleppten sie mehrere Bündel Stroh, zündeten dieses an, so daß der Glockenstuhl in Brand geriet und die Glocken zum Schmelzen brachte.
Siehe Zeitungsbericht in den Ereignisse von 1809
1810: Restaurierung der Kirche - Geschmolzene Kirchenglocken werden versteigert.
Siehe Zeitungsbericht in den Ereignissen von 1810
1822: Erst im Jahre 1822, bekam die Kirche neue Glocken.
Auszug aus dem Buch " Darstellung des Erzherzogthums Österreich unter der Ens, von 1836:
1864, Brand: Am 17. Mai 1864, vielen 12 Häuser samt Schule und Pfarrhof einem Feuer zum Opfer das auch den Kirchenturm ergriff, wo wieder die Glocken samt der Uhr verbrannten.
Siehe Zeitungsbericht in den Ereignissen von 1864
1868, Restaurierung und 4 neue Glocken. Finanziert durch zahlreiche Spenden. Auch durch eine großzügige Spende von Kaiser Franz Joseph I.
Siehe Zeitungsbericht in den Ereignissen von 1868
1884-1890 Renovierung inkl. neuer Kirchenorgel
Siehe Zeitungsbericht in den Ereignissen von 1884, 1888, 1890
1888: Über Murstetten ging im Sommer ein Hagelschlag nieder, welcher beträchtlichen Schaden anrichtete und auch an den Kirchenfenstern viel zertrümmerte, so daß nun neue Fenster ausgestellt werden mußten.
(Als man die Trümmer der alten Fenster abnahm, zeigte sich, daß im Maßwerke noch Putzenscheibchen vom Kirchenbaue anno 1617, nach der Zerstörung in der 1. Türkenbelagerung, sich befanden.
Andere Fensterteile mit eingeritzten Namen und Jahreszahlen waren vom zweiten Türkenkrieg 1683, wobei abermals die Kirche in Flammen aufgegangen und die innere Einrichtung zerstört worden war.)
Siehe Zeitungsbericht in den Ereignissen von 1888
1911, Glockenweihe:
Neue Turmglocke, die an Stelle einer alten, zersprungenen ange-
schafft worden war.
Siehe Zeitungsbericht in den Ereignissen von 1911
1954: Glockenweihe: Am 14.11.1954 bekam Murstetten neue Kirchenglocken.
Siehe Zeitungsbericht in den Ereignissen von 1954
1975: Restaurierung der Kirche
2021: Innenrenovierung der Kirche
Siehe Zeitungsbericht in den Ereignissen 2021
Ca. 1970
Pfarrkirche Murstetten
Fotos unten von 2025
Man betritt das Areal der Kirche vom Vorplatz aus durch ein schmiede-eisernes Tor oder durch einen der zwei seitlichen kleineren Einlässe.
Flankiert wird der Eingang durch zwei Statuen, die links, Johannes von Nepomuk und rechts, Antonius von Padua darstellen.
Bild zur Verfügung gestellt von:
Sonja Schwarz
Johannes von Nepomuk
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Sonja Schwarz
Antonius von Padua
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Sonja Schwarz:
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Sonja Schwarz
Die Goldburg - Model von Hr. Rauscher
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Manfred Hartl
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Mag. Peter Nussbaumer
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Kirchenportal
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Über dem Portal ist zur Erinnerung an den Wiederaufbau durch Quintin von Althann folgende Inschrift in roten Marmor gemeißelt:
"VON GOTTES GENADEN UND ZU EHREN SEINEM ALLERHEILIGSTEN NAMEN IST DIESE KHIRCH ZU UNSEREN ERLÖSER GENENT ERBAUT UND VERFERTIGT WORDEN IM AIN TAUSEND SECHSHUNDERT SECHZENTEN UND SIEBZENTEN JAHR"
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Sonja Schwarz
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Hochaltar
Graf Gundacker, ein Sohn des Christoph Johann von Althann, trat das Erbe seines Vaters im Jahre 1712 an. Er wurde für Kirche und Pfarre der größte
Wohltäter.
Die Kirche, welche 1683 so zerstört worden war, daß nur das bloße Gemäuer stehen blieb, ließ er restaurieren. Der Hochaltar wurde aus der Schloßkapelle in die Pfarrkirche versetzt. Die Figurengruppe des Hochaltars zeigt die HL. Dreifaltigkeit im Strahlen- und Wolkenkranz und Engel mit Folterwerkzeugen, den "Waffen Christi". Links befinden sich knieend der Hl. Josef von Arimathäa und rechts Johannes von Gott, sitzend Maria Magdalena, stehend Johannes der Evangelist. Im Zentrum ist der Gekreuzigte, der Sieger über Sünde und Tod. Später wurde das Bild der schmerzhaften Jungfrau Maria, Mutter Gottes, eingefügt.
1984 wurde bei der Restaurierung des Hochaltars im Körper des Gekreuzigten eine Urkunde entdeckt, die seit 1619 dort verborgen lag und noch unversehrt erhalten ist.
Die Urkunde trägt das Originalsiegel J.K. ( Johann Kunikh)
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Manfred Hartl
Bildnis der schmerzhaften Mutter Gottes
Unter Pfarrer Prunner (1733-1750) wurde ein Bild der schmerzhaften Jungfrau (Ölgemälde mit geschnitztem, vergoldetem Rahmen, 125 cm hoch und 1m breit) von Frau Wilhelmine, Fürstin von Lobkowitz, geb. Gräfin von Althann, in die Kirche nach Murstetten gebracht, und eine auf Pergament geschriebene Urkunde erzählt von diesem Bild folgende Begebenheit:
Dieses Bild stand bei dem adeligen Herrn v. Histerle, einem kaiserlichen Gesandten, auf dessen Schloss Eltschowitz in großer Verehrung.
Zu diesem Bild nahm seine Frau vor der bevorstehenden Geburt ihres Kindes Zuflucht und bat um Hilfe. Der Baron selbst verbrachte die Zeit während der Geburt vor eben diesem Bild.
Als ihm hierauf gemeldet wurde, daß sein Sohn tot geboren worden sei, da blies der Vater so lange seinem Kind seinen Atem ein, bis es anfing zu leben.
Doch als sich die Eltern in Dankbarkeit dem Marienbild zuwandten, bemerkten sie daß von dem Bild Blut floß.
Da der Baron sich nicht für würdig hielt, ein solch wunderbares Bild bei sich zu behalten, übergab er es den Kapuzinern in Schithofen zur allgemeinen Verehrung.
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Manfred Hartl
Seitenaltäre
Der Seitenaltar zur rechten Seite ist dem HL. Antonius von Padua geweiht.
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Manfred Hartl
Der Altar zur linken Seite ist dem Hl. Nährvater Joseph geweiht.
Die aus Holz in Lebensgröße geschnitzten Statuen beider Heiliger sind über kleinen Tabernakeln auf Wolken kniend dargestellt. Über den Statuen wölbt sich eine mit Draperien verzierte Kuppel, welche in einem Kronenaufsatz ihren Abschluß findet. Jeder Altar trägt auch zwei Engelsstatuen, ca. 1,40m hoch.
Seitlich von den Altären, am Beginn des Presbyteriums befinden sich weiters zwei fast lebensgroße Statuen: links der Hl. Johannes Nepomuk und rechts der Hl. Sebastian. Außerdem sind links und rechts im Halbrund des Presbyteriums vier kreisförmige Tafeln mit den vier Evangelisten angebracht.
Bild zur Verfügung gestellt von:
Mag. Peter Nussbaumer
Kanzel
Die Kanzel befindet sich an der südlichen Kirchenmauer.
Der Aufgang erfolgt über eine schmale, steile Treppe vom Josephsaltar aus.
Die Kanzel enstand zur selben Zeit wie die Altäre im Zuge der Barockisierung der Kirche 1712-24. Helm, Farbe des Holzes und des Stoffes zeigen dieselben Stilelemente wie bei den Altären..
Das Schnitzwerk ist vergoldet, am Korb befinden sich Medaillons mit den Evangelisten Lukas und Matthias.
Bild zur Verfügung gestellt von:
Manfred Hartl
Musikchor - Oratorien
An der Westseite des Kirchenschiffes ist der Musikchor, auf dem sich an beiden Seiten zwei Oratorien
(privater oder halböffentlicher Gebetsraum, der gegen den Hauptraum abgeschlossen ist)
befinden, die ursprünglich mit Glasfenstern abgeschlossen waren.
Sie zeigen nach außen eine reiche Verzierung durch Schnitzwerk und Vergoldung.
Hier wohnte seinerzeit die Patronatsherrschaft mit den allerhöchsten Gästen , Karl VI, Maria Theresia und Joseph II, als Kronprinz, dem Gottesdienst bei.
Bild zur Verfügung gestellt von:
Claudia Raidl
Bild zur Verfügung gestellt von:
Claudia Raidl
Barocke Deckenmalereien in den Oratorien
Die Decken der beiden hölzernen Oratorien der Pfarrkirche Murstetten sind durch barocke Malereien in Freskotechnik gestaltet. Im Rahmen der Innenrestaurierung der Pfarrkirche 2021 erfolgte auch die Konservierung-Restaurierung dieser beiden jeweils nur etwa 4m² großen Malereien.
Quelle und Bilder:
Magdalena Schindler
Konservierung - Restaurierung
Epitaphien
(Gedenktafeln mit Inschrift für einen Verstorbenen an einer Kirchenwand oder einem Pfeiler)
Christoph von Althann ließ von Alexander Colin 3 Ephitapien
für sich und seine Brüder anfertigen. Sie sind heute an verschiedenen Stellen der Pfarrkirche eingemauert. Daß sie ursprünglich enger zusammengehörten und vermutlich beim Neubau der Kirche 1616-1617 getrennt versetzt wurden, ist wegen ihrer formalen und thematischen Zusammengehörigkeit anzunehmen. Das aufwendigere Epitaph war wohl in der Mitte, die beiden anderen seitlich davon angeordnet. So ist auch die seitenverschiedene Anordnung der Stifter zu erklären.
Grabdenkmal des Christoph von Althann
Beim Antonius-Altar:
Links: Christoph von Althann knieend in Ritterrüstung
Mitte: Auferstehung Christi
Rechts: Sofia, seine Frau knieend mit ihrer Tochter
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Manfred Hartl
Grabdenkmal des Eitel Hans von Althann
Unter dem Chor:
Links: Moses erhöht die Schlange in der Wüste
Rechts: Eitel Hans von Althann in Rüstung, knieend
Bild zur Verfügung gestellt von:
Manfred Hart
Grabdenkmal des Adolf von Althann
Beim Josephs-Altar:
Links: Adolf von Althann in Rüstung, knieend
Rechts: Manna in der Wüste
Bild zur Verfügung gestellt von:
Manfred Hartl
Grabmal des Quintin von Althann
Graf Quintin war ein eifriger Protestant, Er stellte sich nach der Türkeninvasion im Jahre 1529 halb verfallene Kirche wieder her und ließ den Glockenturm neu erbauen. Sein Grabmal (oberhalb des Taufsteins, neben der Sakristeitür) wurde ihm von seiner dritten Frau errichtet. Es ist aus weißem Marmor und trägt folgende Aufschrift:
Hie liegt begraben der Hoch und Wolgeborne Herr Quintin von Althann Freyherr von der Goltburg, Herr der Herrschaften Jaslowitz, Murstöten, Heyzing und Zwentendorf, Erpauer diser Khirchen, welcher den 6. Tag May ao. 1576 geboren hernach den 12 Tag Augusti im Jar in Gott seliglich entschlafen. Gott verleihe deme und uns allen ain fröhlich Auferstehung. Amen.
Hie ligen auch begraben vorgedachtes Herrn von Althann seel. erst und anderte Frauen Gamalinen die Hoch und Wolgeborenen Frauen, Frauen Susanna, geborene Gräfin von Thurn, und Katharina geborene Frau von Stubenberg. Die dritte Frau Gemalin, Frau Anna Katharina Frau von Althann Wittib, Freiin Streinin und Herrin... auf Schwarzenau noch am Leben.
Dieses Epitafium hat vorgedacht noch im Leben vorhandene Frau von Althann Wittib ihren libsten Herrn seel. ehelicher Lieb und Gedechnuss machen und aufrichten lassen dem 12 April 1636.
Links: Quintin von Althann in Rüstung, knieend
Mitte: Christi Himmelfahrt
Rechts: Die drei Frauen ( Die dritte Frau Gemalin, Frau Anna Katharina Frau von Althann noch lebend, daher kein Kreuz oberhalb des Kopfes abgebildet)
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Manfred Hartl
Weihwasserbehälter von Alexander Colin
Bild zur Verfügung gestellt von:
Claudia Raidl
Der Weihwasserbehälter nahe der Kirchentüre bildet das Postament eines großen Kreuzes und hat eigentlich nichts auffälliges an sich.
Künstlerisch vollendet aber ist der Totenschädel aus weißem Marmor am Fuße des Kreuzes.
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Sonja Schwarz
Beichtstuhl
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Manfred Hartl
Taufstein von Alexander Colin
Der Taufstein, welcher von 1617-1720 neben dem Beichtstuhl unter dem Chor stand, ist aus weißem Marmor. Heute befindet er sich neben der Sakristeitür. Er ist 120 cm hoch und enthält eine kupferne Schale zur Aufnahme des Taufwassers. Leider wurde er einst von einem Unberufenen mit grauer Steinfarbe überstrichen. Der entsprechende Originaldeckel mit einer Darstellung des Hl. Johannes des Täufers ist nicht mehr vorhanden. Die dreifache Aufschrift auf dem Taufstein lautet:
Christus selbst ließ sich im Jordan von Johannes taufen. Da thet sich der Himmel auf, und erscheint dazue der Geist Gottes in Gestalt einer Taube, und ain Stimb sprach: Dass ist mein lieber Sonn, an welchem ich Wolgefallen hab.
Item, wer da glaubt und getaufet wird, der wird selig.
Item, es sey dan das jemand geboren wirdt aus dem Wasser uns Geist, so kann er nit aingehen in das Reich Gottes.
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Mag. Peter Nussbaumer
Grabmal einer Frau
Außer den angeführten Meisterwerken Colins befindet sich noch ein anderes Grabmal aus eben dieser Zeit unter dem Musikchor. Es bezeichnet die Ruhestätte der 1593 verstorbenen Barbara Khainacher, die in der benachbarten Burg zu Raipoltenbach gelebt hat. Das Grabmal ist aus, weichem, dichten Kalkstein und stellt im Hochrelief den Auferstandenen mit der Siegesfahne vor, Tod und Satan zu seinen Füßen. Die Aufschrift lautet:
Hie ligt die Edl vnd Ehrntugendreich Barbara Khainacherin zu Rapoltenbach geborene Stöben-bawer zu Weronaw ihres alters 60 Jar, nach ihres Herrn 42 Jar ehelich gelebt, im Jar Christi zu Gott entschlafen 1593, der Gott genadt. Amen. Christus mein leben, Sterwen gewinn.
Gedenkstein für Anna Theresia, Gräfin von Althann
Dieser Stein befindet sich an der Evangelienseite der Kirche. Es handelt sich um dien Grabmal aus rotem Marmor, das sich einst in der Domkirche in St. Pölten befand, aber im Jahr 1726 mit der Leiche der Verstorbenen in die gräfliche Familiengruft nach Murstetten übertragen wurde. Josephus,
Carl und Sigismund v. Lamberg haben es für ihre Schwester errichtet. Der Stein trägt Inschrift und Wappen der Lambergs und Althanns. Die Inschrift lautet folgendermaßen:
Cave viator
injurius es
Annae Theresiae
Comitessae ab Althann, natae Dnae a Lamberg
Dominae in Murstetten, Zwentendorf et Thurn etc.
Qui
Eam ac si non diu vixerit luges
Maturis moribus nullum supervenit
praecox Fatum
Quae jam Deum invenerit
Quid ultra quaereret inter homines?
Coeli moribus assueta terras fastidiens
Sat ampla vitae credidit spatia,
Quibus tot capi merita potuissem?
Invidum hic non misericordem te volo.
Et tu sat diu vixeris, si sat bene!
IosephVs, CaoLus, et SIgIsMVnDUs Fratres
sororI sVae ponVnt.
2 Denkmäler zur Erinnerung an die Türkenkämpfe
1.) Kupferplatte mit Kriegs-Emblemen:
Im Kampf gegen den Erzfeind haben sich auch die Grafen v. Althann rumvoll ausgezeichet. Zum Gedenken daran wurde im Presbyterium (neben dem Taufstein) eine Kupferplatte mit folgender Inschrift angebracht:
GLOB(um) COELES
TIS TERRESTREM
REGIT
SIC ILLVSTRISS(imus) DOM. DOM
QUINTIVS ERASMUS COMES AB ALTHAIM
S C M CAMER(arius)
&
GENERALIS CASTRORVM ADIV-
TANS AETATIS SUAE 26 OBSIDIONE
BVDAE GLOBVM GLORIAE VALORE SVO
STRENVE VOLVENS GLOBO TORMENTA
RIO 17. July A(nno) 1684 INFELICITER CA
DIT VNDE EO FOELICIVS AD
COELESTEM ASCENDERET:
REQVIESCAT IN PACE.
Wie der Himmel die Welt regiert, so drehte der erlauchte Quintus Erasmus, Graf von Althann, Kämmerer und Adjutant des Lagerkommandanten, im Alter von 26 Jahre bei der Belagerung von Buda die Kugel seines Ruhms taper durch seinen Einsatz und fiel am 17. Juli 1684, von einer Gewehrkugel unglückselig getroffen, von wo er umso freudenreicher zum Himmel aufstieg. Er ruhe in Frieden.
Es handelte sich dabei um eine Schlacht gegen die Türken nach der Wiender Türkenbelagerung 1683.
Triumphboden
2.) Wappenschild aus Holz in der Mitte des Triumphbogens
Auch hier handelt es sich um ein Denkmal opferwilliger Begeisterung für Gott, Kaiser und Vaterland. Hoch oben am Triumphbogen befindet sich eine hölzerne Tafel mit Ritterhelm und Schnitzwerk verziert. Angeblich sollen zu beiden Seiten der Gedenktafel Fahnen angebracht gewesen sein, die aber später, da sie ganz zerrissen waren, entfernt wurden.
Die Aufschrift lautet:
Domino Exercituum!
Cui omnis honor et gloria!
Haec signa et insignia ab inclita legione Excell. D. D.
Gundacerus S.R.I. comes ab Althann, ac Turcis perduellibus
et unum a Suecis in expeditione Hungarica juxta
Keekwardum vindicata in perpetuum hic tropheum assignata sunt.
Auch der wohl größte Förderer der Kirche, Graf Gundakker von Althann, hat sich in den Kämpfen gegen die Türken in Ungarn ausgezeichnet, was mit dieser Tafel dokumentiert wird.
Zu beiden Seiten hängen je zwei runde, aus hartem Holz geschnitzte Wappenschilder. Sie zeigen die schiefgestellten Althann´schen Bindenschilde, darüber bei allen Busch und Helmzier mit im Kreis angebrachter Aufschrift, welche Namen und Sterbejahr der Mitglieder der gräflichen Familie enthält.
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Manfred Hartl
Grabmal des Grafen Gundacker von Althann
Graf Gundacker, ein Sohn des Christoph Johann von Althann, trat das Erbe seines Vaters im Jahre 1712 an. Er wurde für die Kirche und Pfarre der größte Wohltäter; sehr viel verwendete er auch auf die Wiederherstellung der Goldburg, in welcher er wiederholt durch Besuche des Monarchen Kaiser Karl VI und Maria Theresia ausgezeichnet wurde. 1739 wurde von Graf Gundacker auch ein Spital errichtet.
Weiters ist er der Erbauer der Loretto-Kapelle, für welche er ein
privilegium altaris (Laut Stiftung durch Graf Gundacker v. Althann sollte hier an jedem Samstag eine Seelenmesse gelesen werden) erwirkte.
Diesem wichtigen Förderer der Kirche in Murstetten wurde nach eigenen Angaben ein großes Grabmal errichtet. Es befindet sich an Nordseite des Kirchenschiffes gegenüber der Kanzel.
Über einem ausgebreiteten, mit Hermelin verbrämten Mantel als Hintergrund erhebt sich auf einem Marmorpostament eine abgestutzte Pyramide mit Reisig bekränzt. An derselben ist oben die geringelte Schlange als Sinnbild der beständigen ehelichen Treue. Unten befindet sich das Doppelwappen der gräflichen Familie und der Orden vom Goldenen Vlies. Vergoldete Fahnen und Heerpauken bilden die Dekoration.
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Manfred Hartl
Die Inschrift - vergoldete Metallbuchstaben auf Marmor lautet:
HIC QUIESCIT ILLUSTR. AC EXCELL D. D. GUNDACCERUS
S.R.I. COMES AB ALTHANN, AUG., CAES: CAROLO VI A
CONCILIIS INTIMVS EIUSDEMQUE SUPREMUS STABULI ET
REI AEDILIS PRAEFECTUS, AUREI VELLERIS EQUES;
EXERCIT. CAES. GENERALIS CAMP. MARESCHALL: LEGION.
EQUEST. DESULT. TRIBUN. LAURINI ET CONFINIUM
GUBERNATOR, &; & ...
DIEM PRIMAM VIDIT ANNO MDCLXX; SUPREMAM
ABSOLVIT MDCCXLVII CORPUS TERRA TEGIT; ANIMA DEO
NOMEN IMMORTALITATI VIVIT
IN EADEM TUMBA CONDI VOLUIT LECTISSIMA CONIUNX
ILLUSTR. AC EXCELL. D. D. WILHELMINA, NATA
COMITESSA AB ALTHANN; UT QUI IN VITA SUA
DILEXERUNT SE, ITA ET IN MORTE NON SINT
SEPARATI. OBIIT ANNO MDCCLV MENSE FEBR: DIE...
REQUIESCANT IN PACE
Hier ruht jener durchlauchteste Herr Gundacker, Graf des Heiligen Römischen Reiches, von Althann. Er war dem erhabenen Kaiser Karl VI Vertrauter in seinen Plänen, sowie Oberstallmeister, Generalhofbaudirektor und Ritter vom Goldenen Vlies; Generalfeldmarschall des kaiserlichen Heeres..... Er wurde geboren im Jahre 1670 und starb 1747. Seinen Leichnam bedeckt die Erde, die Seele lebt bei Gott, sein Name der Unsterblichkeit. Im selben Grab wollte die edelste Gattin begraben werden, jene durchlauchteste Wilhelmina, geborene Gräfin von Althann, damit die, die sich im Leben geliebt haben, nicht im Tod getrennt seien. Sie starb 1755 im Februar am....
Sie mögen in Frieden ruhen
Am Postament (vom Betrachter gesehen links) ist ein sitzender Genius, der einen Totenschädel betrachtet, daher stehen unter der Statue die Worte: Mortuus sum (Ich bin gestorben).
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Manfred Hartl
Gegenüber ist ein anderer aufrechtstehender Genius, welcher sich mit der Linken die Augen trocknet und die Rechte auf das Gesims stützt.
Darunter befinden sich die Worte: Sed vivam (Aber ,ich werde leben)
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Manfred Hartl
Loretto-Kapelle
Grafen Gundacker von Althann war der Erbauer der Loretto-Kapelle, für welche er ein privilegium altaris (Laut Stiftung durch Graf Gundacker v. Althann sollte hier an jedem Samstag eine Seelenmesse gelesen werden) erwirkte.
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Manfred Hart
"Jungfrau von Loretto"
Eine Lorettokapelle ist eine Kapelle zu Ehren der Jungfrau Maria - auch "Jungfrau von Loretto" genannt.
Steinskulptur an der Außenseite der Lorettokapelle in Murstetten.
Jerusalem wurde 1244 von den Muslimen eingenommen. So versuchten die Kreuzritter, von den Heiligen Orten des Christentums zu retten, was noch zu retten war, darunter auch das „Haus der hl. Maria“ in Nazareth.
Es handelt sich dabei um die Bauelemente des Hauses, in dem die Gottesmutter Maria in Nazareth gelebt hat und die nach legendärer Überlieferung im Jahr 1291 von Nazareth über Zwischenstationen nach Loreto (1294) transportiert worden sein sollen, wo man sie zu einer Kapelle umbaute und Santa Casa von Loreto nannte.
Nach einer im 15. Jahrhundert entstandenen Legende sollen Engel das kleine Haus, nach Loreto transportier haben.
Die seit dem 16. Jahrhundert zunächst in Italien und danach auch im restlichen Europa und in Übersee errichteten zahlreichen Lorettokapellen wurden zu Ehren unserer lieben Frau von Loretto errichtet.
Quelle: Wikipedia
Foto: www.commons.wikimedia.org
Sehenswürdigkeiten außerhalb der Kirche
Friedhofskapelle
Der Friedhof liegt um die Kirche und enthält eine, heute nicht mehr verwendete, Leichenkammer, die einst eine Friedhofskapelle war, wie der gemauerte Altar zeigt.
Familiengruft
Familiengruft der Familie Althann
2016, Verabschiedung von Herrn Pfarrer Erich Resch
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Mag. Peter Nussbaumer
In erster Reihe von links: Michael Rauchecker, Pfarrer Erich Resch, ?, ?, Lukas Muhr
Dahinter Roswitha Puxbaum
Am Rednerpult Pfarrgemeinderat Franz FRANZ
Von links: Michael Muhr, ?, Johannes Rauchecker
Mesnerin Adeltraud Himsel und Pfarrgemeinderat Franz FRANZ
Silvia Muhr und Dr. Waltraud Haumberger
Von links:
Anton Priesching, Reinhard Breitner, Johann Dorner, Pfarrer Erich Resch, Wilhelm Eigner, ?
Begrüßung des neuen Pfarrers Herrn Iosif Balteanu
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Mag. Peter Nussbaumer
Von rechts: Pfarrer Iosif Balteanu und Pfarrer Erich Resch
Pfarrer Iosif Balteanu
2024 - Pfarrverband
Maria Hilf im Perschlingtal
Mit 1. September 2024 kam es in den Pfarren Kapelln, Weißenkirchen an der Perschling, Murstetten und Würmla zu strukturellen und personellen Veränderungen. Der Pfarrverband "Maria Hilf im Perschlingtal" wurde gegründet.
Iosif Balteanu blieb auf eigenen Wunsch Pfarrer der Pfarren Würmla, Weißenkirchen an der Perschling und Murstetten und übernahm zusätzlich die Pfarre Kapelln, die seit 1. März von diesem selbst betreut wird.
Die genannten vier Pfarren bildeten einen Pfarrverband, der schrittweise und mit externer Begleitung umgesetzt wurde. Unterstützt wird Balteanu dabei seit 1. September von Ruslan Stetsyk als Kaplan.
Rechts am Bild, Kaplan Ruslan Stetsyk
Zur Homepage der Pfarre Murstetten: