Neues Gasthaus in Murstetten
18. Jänner 1900
Ein neugebautes Gasthaus im Pfarrorte Murstetten, bestehend aus einer großen gemauerten, gewöblen Einfahrt, rechte Seite Gast- und Extrazimmer, anschließend große Küche mit Sparherd, Speise, dann Schlafzimmer, Tanzsaal, Nebenzimmer, Eisgrube, Hausstall, Schupfen, nebenan Scheune, Gaststall (gewölbt), große Schupfe. Linke Seite der Einfahrt anschließend 3 große schöne Zimmer, Vorhaus, Küche, großer Sparherd, Waschküche und Speise, einen großen Weinkeller, gedeckte Kegelbahn. Auskunft ertheilt Eduard Hoffmann, Murstetten
Gasthaus und Greislerei zu verkaufen
27. März 1900
Gasthaus und Greislerei,
in neugebautem Hause, guter Posten, großer Kundenkreis, wegen Familienverhältnissen zu verkaufen. Julius Fröschl in Murstetten
Post Schloß Thalheim, Bezirk Atzenbrugg
Ehrenbürger
Josef Muhr und Michael Burger
20. Mai 1900
Murstetten (Ehrungen)
Am 13. Mai wurde dem neu ernannten Ehrenbürger der Gemeinde Murstetten, dem ersten Gemeinderathe und Wirtschaftsbesitzer Josef Muhr, welcher seit 1873 ohne Unterbrechung der Gemeindevertretung angehörte, das prächtig ausgestattete Ehrenbürger-Diplom überreicht, wobei der Herr Pfarrer in einer herzlichen Ansprache die zahlreichen Verdienste des neuen Ehrenbürgers hervorhob.
Tags zuvor, am 12. Mai, war dem früheren langjährigen Hauptmann der hiesigen Feuerwehr, Herrn Burger, das Diplom eines Ehrenmitgliedes des Feuerwehrvereines übergeben worden.
Sommerwohnung zu vermieten
29. Juni 1900
Sommerwohnung zu vermieten, bestehend aus 2 Zimmern, Küche, großem
Garten zur alleinigen Benützung, fünf Minuten v. Walde entfernt, gutes Wasser, von Ärzten constatirt, großartige gesunde Gegend. Julius Fröschl. Murstetten. Post Schloß Thalheim, Bezirk Atzenbrugg.
Kirchtag
02. August 1900
Murstetten (Kirchtag)
In der herrschaftlichen Taverne des Gastwirtes Herrn August Kerschbaum wird Sonntag den 5. und Montag den 6. August ein Kirchtag abgehalten.
Kaiserfeier in Winkling
30. August 1900
Winkling, Post Thalheim. (K a i s e r f ei e r)
Über Anregung des hier zum Sommeraufenthalte
wohnhaften Wiener Volksschullehrers Herrn Johann
Gründler veranstalteten die Bewohner dieses kleinen
Ortes eine Feier anlässlich des 70. Geburtsfestes
unseres Kaisers. Das Gasthaus des Herrn Winkelmüller war mit Reisig, Fahnen, Eichenlaub und Blumen reich geschmückt und die Bildnisse des
Kaisers mit den Jahreszahlen 1830—1900 zierten die Hauptfront, woselbst nebst den österreichischen Wappen auch zahlreiche Fähnchen und Lampions angebracht waren. Die reiche und sehr geschmackvolle
Docorierung veranlasste, dass auch die Bewohner der umliegenden Ortschaften dem Feste beiwohnten Anwesend waren Se. Hochwürden der Herr Pfarrer von Murstetten, der Bürgermeister, der Gendarmeriepostenführer, sowie Sommergäste aus Murstetten, Thalheim und Wiesen.
Den Beginn der Feier verkündeten 3 Schüsse, denen bei eingetretener
Dunkelheit die Beleuchtung folgte. Sodann hielt Herr Lehrer Gründler an die Versammelten eine Ansprache, in welcher er den Lebenslauf unseres
geliebten Monarchen in kurzen Worten schilderte. Zum Schlusse brachte Redner Sr. Majestät ein dreifaches Hoch, in welches alle Anwesenden begeistert einstimmten. Unter Musik und Gesang verlief das Fest
in der fröhlichsten Weise und die Veranstalter und
Theilnehmer desselben werden sich dessen noch oft
mit Freuden erinnern.
Einkehrgasthaus zu verkaufen
22. November 1900
Einkehrgasthaus mit großen Räumlichkeiten, ist sammt Concession und kleiner Oekonomie preiswürdig zu verkaufen.
Murstetten Nr. 16, Post Schloss Thalheim.
Gemeindearzt gesucht
13. Jänner 1901
Subvention für Errichtung eines FF-Hauses in Murstetten
Mai 1901
Aus den Bezirksverbänden
Bezirks Feuerwehr-Verband Atzenbrugg.
Ausschuß-Sitzung, abgehalten am 17. März 1901 in Trasdorf.
Anwesend: Obmann Herr Johann Brabez, Obmann-Stellvertreter
Herr Josef Muck, sowie sämmtliche Ausschüsse.— Verhandlungs-
gegenstände und Beschlüsse:
1. Auf Vorschlag der freiw. Feuerwehr Reidling wird beschlossen,
den heurigen Feuerwehrtag am 2. Juni 1901 in Reidling abzuhalten,
und hierzu auf Antrag des Herrn Obmann-Stellvertreters Muck den
Obmann des Landes-Verbandes Herrn Professor Karl Schneck einzuladen.
2. Herr Obmann drückt bez. seiner bei den Inspectionen
gemachten Wahrnehmungen seine Zufriedenheit aus und betont, daß nur
noch zwei Feuerwehren, nämlich Murstetten und Erpersdorf, nicht
entsprechende Requisitenhäuser aufweisen.
3. Behufs Erlangung einer Subvention werden die Feuerwehren
Michelhausen, Rust und Murstetten vorgeschlagen. Zugleich stellt Herr
Obmann-Stellvertreter Muck den Antrag, Herrn Bezirks-Obmann
Berger unser vollstes Vertrauen behufs Vertretung beim n.-ö.
Landesausschusse auszudrücken, welcher Antrag einstimmig angenommen wurde.
4. Für das Ausschußmitglied Herrn M. Bürger wird Herr Josef
Muhr durch Acclamation gewählt.
5. Zum Bezirks-Feuerwehrtag in Reidling haben alle Feuer
wehren mit Ausnahme der Ortsfeuerwehr in Parade zu erscheinen.
Nachdem kein weiterer Antrag gestellt wird, wird das Protokoll
verlesen, geschlossen und gefertigt.
Schloß Murstetten
04. Mai 1901
Am nördlichen Abhange des Haspelwaldes -liegt das niedliche Dorf Murstetten an der Straße von Würmla nach Thalheim und Böheimkirchen.
Durch die Liebenswürdigkeit des Herrn Oberlehrers Alois Farnik aus Murstetten wurden dem Gefertigten die Beiträge zur Schulchronik Murstetten zur Verfügung gestellt aus welchem folgende hochinteressante
geschichtliche Daten über das Schloß Murstetten »Goldburg« genannt, sowie über das Dorf und Kirche daselbst entnommen wurden.
An der Stelle, welche nun von den Trümmern der einstigen Goldburg bedeckt wird, stand einst ein römisches Castell. In der Zeit der Völkerwanderung wurde dasselbe wahrscheinlich, wie so viele andere römische Ansiedlungen, zerstört. Römische Grabsteine und
mehrere Münzen, welche vorgefunden wurden :-und noch vorhanden sind, geben Zeugnis hiervon.
Auch die verfallene Wasserleitung durfte ein Werk der Römer gewesen sein:— Als Karl der Große die Avaren vertrieb, wurde auf den Mauerresten des
Castells eine neue Burg errichtet, welche den Namen Muristetin (Mauerstätte) erhielt.
Schon im 11. Jahrhundert war es der Sitz eines adeligen Geschlechtes. 1180 wird ein Henricus de Muristetin genannt und 1199 - erscheint ein Hademar· de Muristetin als Zeuge einer Schenkund an das Stift Göttweig.
1318 den 11. Juni erklärt Heinrich der Panprucker ·von Muristetin, daß er zwei Drittel eines Hofes zu Gumpolting (Gumperding) von Chunraten von Guetenprunn (Gutenbrunn) gekauft. habe. Gumpolting kommt von Gunthar Poting, das ist Günther von Pöting.
1416 wird Dorothea,·Wittib des Otto von Muersteten in einem Lehensbriefe des Achatz von Kuenring genannt.
1529 wurde Murstetten und die nächstliegenden Dörfer von den Türken verwüstet.
1531: Wolfgang von Althann heiratet Anna, des Andrä von Pöting Tochter, welche ihm Murstetten zubringt. Seither ist Murstetten beständig im Besitze der Familie von Al t h a n n.
1566: Christoph von Althann stellte·die von den Türken zerstörte Burg wieder her und nannte sich Freiherr auf der Goltburg.
Derselbe führte auch den Protestantismus ein.
Bezüglich der »Goltburg« erzählt die Volkssage: Ein Hund des Burgherrn (Buldogge) habe im Hofe mit seinen Pfoten die Erde ausgescharrt (1644) und ein großes, eisernes mitGold gefülltes Gefäß blosgelegt.— Mit diesem Schatze nun wurde die Burg neu und schöner gebaut und zur Erinnerung an den reichen Fund »Goltburg« genannt.
Christoph von Althann war ein sehr kunstsinniger Mann, denn von ihm stammen die prächtigen Sculpturen von Alexander Colin´s Meisterhand hergestellt. Dieselben bilden noch heute die größte Zierde Murstettens.
Nach dem niederösterreichischen Gültbuche folgten sich im 16. Jahrhunderte nachstehende Glieder der von Althann’schen Familie im
Besitze der ,,Goltburg:
1. Wolfgang von Althann 1531—1536,
2. Georg von Althann 1536——1542,
3. Christoph von Althann 1542—1589,
4. Michael Adolf von Althann 1589
bis 1619.
Letzterer, 1547 geboren, studierte in Padua, wurde später kaiserlicher Oberst, Kriegsrath Kaiser Rudolfs II, dann Feldmarschall und 1610 in den Reichsgrafenstand erhoben.
Michael Adolf von Althann kehrte wieder zur katholischen Kirche zurück; er starb 1636.
Quintin von Althann übernimmt 1609 Murstetten durch Abtretung seines Bruders Michael Adolf. Dieser ließ auch die seit 1529 öde und halbverfallene Kirche Murstetten wieder aufbauen im Jahre 1616—1617.
Nach Quintinus Tode (1634) folgten die Brüder Christoph, Johann und Reichhart von Althann, welche die Burg durch Werke der
·Sculptur bedeutend verschönerten. Über dem Burggraben führte eine im
hohen Bogen gebaute Brücke, deren westlicher Brückenkopf durch zwei-Sphinxe bewacht wurde.
Unter dieser Brücke wurde eine zierliche Tropfsteingrotte hergestellt. Das Wasser quoll unter einem Steinsockel, welcher die Jahreszahl 1644
trug, hervor, aus- welchem ein steinerner Hund (Buldogg) ruht.
1683 wurde Murstetten zum zweiten male von den Türken verwüstet. Dieselben zogen, nachdem sie die Festung Neulengbach nicht einnehmen konnten, über Raipoltenbach durch den Haspelwald nach Murstetten.
Die Bewohner füchteten sich mit ihren Habseligkeiten in die tiefen Gräben des Haspelwaldes und wollten ihre Verstecke durch gefällte Bäume
versichern. Leider wurden die armen Bewohner von den Unholden entdeckt-die Sage erzählt, durch Hahnenkräh’n, und fast alle erbarmungslos
niedergemetzelt.
Seit dieser grausen That heißt dieser tiefe Graben (früher »Saugraben« genannt, weil daselbst Wildschweine gehegt wurden) Todtengraben.
Das Dorf Murstetten, sowie die Kirche und die ,,Goltburg" wurden vom Feinde ausgeplündert, die Einrichtungsstücke zertrümmert und als Feuerungsmateriale verwendet. Das Vieh wurde weggetrieben, die Bücher geraubt.
Zuletzt ging die Burg, Kirche und Schule, sowie das ganze Dorf in Feuer auf. Gleiches Schicksal teilten auch die umliegenden Ortschaften.
Im Kampfe gegen den Erbfeind haben sich auch Glieder der gutsherrlichen Familie ausgezeichnet, wie mehrere Denkmale in der Kirche Murstetten beweisen.
Im 17. Jahrhundert erscheinen folgende Besitzer der "Goldburg":
Quintinus von Althann von 1609 bis 1634,
die Brüder Christoph Johann und Reichhart 1684—1659,
Christoph Johann allein 1659——?-
1712 trat Josef Gundacker Graf von Althann, k. k. Obersthofmeister, das Erbe seiner Väter an.
Er ließ nicht nur die Goldburg wiederherstellen, sondern verschönerte sie auch durch einen großen ummauerten Garten mit zahlreichen Statuen (Helden, mythologische Göttergestalten, Amoretten, Vasen ...) und Grotten, Lauben und einer Gloriette.— Auch die Schule, Pfarrhof und die Kirche ließ er
wieder aufbauen, letztere auch prachtvoll einrichten.
Der Allerhöchste Hof weilte hier gerne öfters zur Sommerszeit, so Karl Vl, Maria Theresia, Franz l. und Josef Il. und wurden in deren Gegenwart glänzende Feste mit Opern Aufführungen von Metastasio gegeben.
1747 geht Graf Josef Gundacker von Althann, Panier und Freiherr von und zu der·Goltburg, General-Feldmarschall und Ritter des goldenen Vließes mit Tod ab und wird am 30. December 1747 in der Gruft zu Murstetten beigesetzt.
1749 wurde ihm in der Kirche ein großes Grabdenkmal errichtet. Damals hatte der Ort 40 Häuser.
1751 erscheint Michael Otto Graf von Althann als Besitzer der Goldburg.
1805 flüchtete die gräfliche Familie beim Anrücken der Franzosen nach Swojschitz in Böhmen und brachte alle Wertsachen dorthin in Sicherheit. Die Franzosen quartierten sich in der Goldburg ein, plünderten dieselbe sammt der Kirche und· dem Dorfe.
Auch im Jahre 1809 wurde Murstetten von einem französischen Streifcorps heimgesucht. Die Bewohner suchten sich durch eine Brandschatzungssteuer vor weiterem Ungemach zu retten, welche aber
ein herrschaftlicher Beamter unterschlagen haben soll.· Nach anderem soll ein Franzose beim Bäcker im Straßengraben todt aufgefunden worden sein,
und man wollte den Mörder nicht namhaft machen. Infolgedessen ward das Dorf sammt Kirche und Schloß geplündert und zuletzt in Brand geschossen.
Die gräfliche Familie kehrte aus Böhmen nicht mehr zurück. Die Goldburg
verfiel, die Mauern wurden allmälig abgebrochen und das Bruchmaterial verkauft. Gegenwärtig besindet sich an jener Baustelle ein Weingarten; unter demselben liegen noch die·großartigen Kellerräume der Goldburg, in denen
wohl einst bessere Weine gelagert haben, als jetzt auf ihnen wachsen.,·
Die herrliche Goldburg ist also verschwunden, doch hat ihr Meinholb im Getreuen Ritter Sigmund Hager ein dauerndes Andenken bewahrt. Der jetzige Besitzer der Herrschaft Murstetten ist Graf Robert von
Althann.
Sommerwohnungen
11. Mai 1901
Heute ( 2025) Wohnhaus der Familie Ruhm, Untere Hauptstraße 5
Lehrer gesucht
24. Mai 1901
Unterlehrer- event. Unterlehrerinstelle
An der 3-classigen Volksschule in Murstetten kommt eine Unterlehrer- event. Unterlehrerin-stelle mit den Bezügen der V. Kategorie zur
definitiven Besetzung.
Bewerber wollen ihre wohldocumentierten Gesuche im vorgeschriebenen Dienstwege bis längstens 1. Juli 1901 beim Ortsschulrathe in Murstetten einbringen.
Bezirksschulrath Tulln am 17. Mai 1901.
Katholischer Schulverein - Murstetten
05. September 1901
Murstetten. (Katholischer Schulverein.)
Kürzlich fand in Murstetten eine Wanderversammlung des kath. Schulvereines statt, welche glänzend besucht war. Der hochw. Herr Pfarrer Josef Puhm eröffnete dieselbe mit einer begeisterten Ansprache, mit welcher er den Anwesenden den kathol. Schulverein empfahl. Seitens der Centralleitung besprach hierauf Seine Gnaden der hochw. Herr Canonicus Josef Winkelhofer, Obmann des Diöcesanrathes in St. Pölten,
das Programm des kathol. Schulvereines und erntete hiermit wiederholt großen Beifall. Nachdem nun eine große Anzahl der Anwesenden ihren Beitritt angemeldet, wurde die Wahl des Vorstandes vorgenommen, wobei
Hochw.
Herr Josef Puhm, Pfarrer, zum Obmann,
Herr Josef Muhr in Thalheim zum Obmann-Stellvertreter,
Herr Johann Winkelmüller in Winkling zum Schriftführer,
Herr Franz Breitner in Gumperding zum Schriftführer-Stellvertreter,
Herr Johann Pfeiffer in Murstetten zum Cassier,
Herr Michael Burger in Murstetten zum Cassier-Stellvertreter
gewählt wurden.
Mit einem dreifachem Hoch auf Se. Majestät Kaiser Franz Josef und Se. Heiligkeit Papst Leo XIII., sowie auch auf die beiden Protectoren des kath. Schulvereines Se. k. u. k. Hoheit Herrn Erzherzog Franz Ferdinand und den hochwürdigsten Bischof von St. Pölten, Herrn Dr. Johannes Rößler, schloss diese schöne Versammlung, welche den Anwesenden noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Neuer Gemeindearzt und
Brand - Tischlerei KLAUS
21. November 1901
Murstetten. (Neuer Arzt.) Dr. Johann Koß, welcher 4 Jahre lang als Gemeinde-Arzt in Murstetten gewirkt hatte, gab seinen Posten anfangs
November auf, um in seine Heimat Galizien zu über siedeln. An seine Stelle trat Dr. Eduard Thumen, der bisher durch 8 Jahre Assistenzarzt in Wien war.
Murstetten (Brand) Am 16. November
brannte das Haus des Tischlermeisters KLAUS ab.
Der Umsicht, mit welcher die Feuerspritzen bedient
wurden, gelang es, das Nachbarhaus, dessen Scheuer
bloß 4 Meter vom Brandplatze entfernt war, zu erhalten.
Die Feuerwehren von Murstetten und Thalheim und die
Bemannung der Spritze: aus der Goldburg bewältigten in
einträchtigtem Zusammenwirken das Feuer.
Neue Straße nach Neulengbach
31. Juli 1902
Murstetten. (Neue Straße.) Die neue
Straße, welche den Haspelwald durchqueren und Murstetten mit Neulengbach verbinden wird, ist zur Hälfte
vollendet. Der Unternehmer Franz Pröll aus Kahlenbergerdorf, Wien, 19. Bezirk, führte den schwierigen Bau unter der Leitung des n.-ö. Landesbaurates R. v. Paur in anerkennenswerter Weise aus. Die
neue Straße ist bis zum sagenberühmten Totengraben (bis zur Bezirksgrenze) nunmehr fertig gestellt.
Im Herbste wird die zweite Hälfte, die auf dem Gebiete des Gerichtsbezirkes Neulengbach liegt, gebaut
werden. Die neue Haspelwaldstraße wird von vielen
Naturfreunden, welche die herrliche Fernsicht genießen
wollen, aufgesucht. Das Auge des Beschauers über
blickt weite Gebiete der drei Viertel O. W. W.,
O. M. B. und U. M. B.
Murstetten (Kirchtag)
Sonntag den 3. und Montag, den 4. August d. J. findet in der herrschaftltichen Taverne (Gastwirtschaft Herr August Kerschbaum) in Murstetten ein gemütlicher Kirchtag statt.
Gasthöfe
02. Oktober 1902
Thalheim:
Kerschbaum August in Murstetten,
Winkelmüller Johann in Winkling
Schulvereinsversammlung
20. Dezember 1902
Murstetten, O. W. W. (Schulver
ein s v e r s a m m l u n g.) Die Murstettner Pfarr-
gruppe des kathol. Schulvereines hielt am
8. Dezember in Kerschbaumer's Gasthause ihre
Jahresversammlnng ab, an der etwa 150
Personen, darunter fast sämmtliche Mitglieder der
Gemeinde-Vertretung teilnahmen. Herr Professor
Dr. Macho aus St- Pötten und Pfarrer
Puhm von Murstetten hielten wirkungsvolle
Reden, die mit vielem Beifalle ausgenommen
wurden. Die Pfarrgruppe gewann dadurch viele
neue Mitglieder, so daß die Zahl derselben nun
mehr nahezu 60 beträgt. Nachdem die Wahl
des Vorstandes vollzogen war, trug Herr Pfarrer
Puhm die Hälfte des berühmten Gedichtes
„Da N a z" von Josef Misson vor. Da der
Vortragende den Dialekt (Manhaittberger
Mundart), in dem das Epos geschrieben ist,
vollkommen beherrscht, so machte das Werk einen
mächtigen Eindruck auf die aufmerksam
lauschenden Zuhörer. Hierauf las
Herr Mainguet, Kaufmann in Murstetten, in
vortrefflicher Weise einige lustige Gedichte von M.
Schadek vor.— Die völlig gelungene
Versammlung wurde mit einem Hoch auf Kaiser
und Papst und auf die beiden Protektoren des
Schulvereines geschlossen.