Post- und Telegraphenamt in Murstetten

07.01.1931

(Ausgabe vom 06.01.1931)

Am 7. d. M. wird in der Ortschaft Murstetten (Ortsgemeinde Murstetten -politischer Bezirk Hietzing-Umgebung) ein Post- und Telegraphenamt (Gebührenfeld 38, Entfernung wie für Schloß Thalheim) mit der amtlichen Bezeichnung „Murstetten, Niederösterreich" eröffnet. Das neue Amt wird sich mit dem gesamten Post-, Telegraphen- und Fernsprechdienst befassen und als Sammelstelle des Postsparkassenamtes wirken.— 

Abschied von Josef Denk

(Ausgabe vom 16.04.1931)

Murstetten. (Todesfall) Am Ostersonntag verschied nach Siechtum, versehen mit den Sterbesakramenten, Herr Josef Denk, Sattlermeister in Murstetten im 77. Lebensjahr.

40-jähriges Gründungsfest mit Spritzenweihe

21.06.1931

(Ausgabe vom 11.04.1931)

Murstetten. (Voranzeige) Die freiw. Feuerwehr Murstetten beabsichtigt am 21. Juni i. J. ihr 40-jähriges Gründungsfest verbunden mit Motorspritzenweihe (geliefert von der Firma Rosenbauer) zu feiern und bittet die Nachbargemeinden diesen Tag frei zu halten.


40-jähriges Gründungsfest mit Spritzenweihe

28.06.1931

(Ausgabe vom 02.07.1931

Feuerwehrfest in Murstetten.
Am 28. v. M. fand in Murstetten unter großer Beteiligung der Bevölkerung aus der ganzen Umgebung die feierliche Weihe der neuen Motorspritze der
freiwilligen Feuerwehr statt. Zur Feier war auch
Landeshauptmannstellvertreter Reither erschienen in Begleitung des Landesfeuerwehrbeirates Bachner und des Bezirksfeuerwehrobmanns Weber .Nach der Weihe der Motorspritze durch Pfarrer Neulinger
wurde vom Männergesangsverein Murstetten unter der Leitung des Oberlehrers Ortmann ein prächtiger Chor zum Vortrag gebracht, worauf Landeshauptmannstellvertreter Reither die Bedeutung des Feuerwehrwesens für Niederösterreich erörterte. 

Die Schülerinnen Burger, Schlembacher und Mengel überreichten hierauf dem Landeshauptmannstellvertreter, ferner den Feuerwehrfunktionären Blumenspenden und übermittelten den Dank der Bevölkerung. Es
sprachen noch Landesfeuerwehrbeirat Bachner, Bezirksfeuerwehrkommandant Weber und Feuerwehrhauptmann Mengel. Den ältesten Feuerwehrleuten wurden Auszeichnungen überreicht. 

25-Jahr Feier von 

Pfarrer Neulinger und Oberlehrer Ortmann

Ausgabe vom 09.03.1933


(Jubiläumsfeiern.) Der Monat Februar
brachte der Pfarrgemeinde Murstetten zwei
Jubelfeiern wie sie in dieser Art und Weise
wohl selten Zusammentreffen. Pfarrer Neulin­ger
 und Oberlehrer Ortmann begingen nämlich
das Jubiläum ihres 25jährigen Wirkens in
Murstetten. Beide Jubilare wurden von der
dankbaren Pfarrgemeinde in überaus ehrender
Weise in verschiedenen Veranstaltungen, mit
Fackelzug und Ständchen, mit Musik und 
Ge­sang, in Reden und Gedichten und anderen
Darbietungen gefeiert. Die Gemeindevertretun­gen
von Murstetten und Thalheim sowie alle
anderen Körperschaften und Vereine und die
sonstige Bevölkerung beteiligte sich an den 
ver­schiedenen Kundgebungen zu Ehren der 
Jubilare. Für Oberlehrer Ortmann wurde auch
eine sinnige Schulfeier veranstaltet, auch wurde
er von beiden Gemeinden zum Ehrenbürger 
er­nannt. Pfarrer Neulinger hatte diese Auszeich­nung
schon anläßlich seines 25jährigen Priesterjubiläums 
erhalten. Möge das harmonische
Zusammenwirken aller, das bei den erwähnten
Feiern so schön zur Geltung kam, auch weiter­hin bestehen, 
zum Wohle aller!

Musikkapelle Murstetten - erster öffentlicher Auftritt

Ausgabe vom 23.11.1933

Murstetten. (Unsere junge Musikkapelle)
hat unter der bewährten Leitung ihres Kapell­meisters, des Herrn Schmitner aus St. Pölten, in kurzer Zeit große Fortschritte gewachst Am
Allerheiligentage trat sie zum ersten Mal öffent­lich auf und auch bei der vaterländischen Kund­gebung in Tulln stellte sie wacker ihren Mann.

Musikkapelle - Gründungsfest

Beitrag vom 10.05.1934

(Das „Gründungsfest") unserer jungen Musikkapelle bot dieser Gelegenheit, ihr hervor­ragendes Können zu zeigen und bedeutete zu­gleich auch einen großen Erfolg des Herrn Ka­pellmeisters Schmidtner aus St. Pölten. Am
6. Mai nahm die Kapelle an einem großen „Mu­siktreffen" teil, das Herr Schmidtner in Hollen­burg a. d. Donau mit noch fünf anderen von ihm
abgerichteten Musikkapellen veranstaltete.

Neuer Schulbrunnen - 

heutiger (2025) Brunnen im Pfarrhof

Ausgabe vom 20.09.1934

(Der Schulbrunnen) gab eine Reihe in­teressanter Aufgaben zu lösen. Eine Schule ohne Wasser ist ein Unding. Und so mußte der 16 1/2 Meter tiefe Brunnen nachgegraben wer­den. Die Schule steht auf einer Anhöhe und
noch dazu ist der Untergrund wasserdurch­lässiger Schotter, der in einer Tiefe von zirka 14 Meter auf einer dichten Schlirrschichte auf­liegt. Der Brunnenkessel war mit Klaubstei­nen ausgelegt und es bestand die Gefahr des Einsturzes. Die alte Holzkonstruktion war schon sehr schadhaft und die Rohre konnten nicht mehr verwendet werden. Der Ortsschulrat hat die Saugleitung der elektrischen Wasserleitung dem Brunnenmeister Hödl Franz in Murstet­ten übergeben. Dieser hat sich der Arbeit—
obwohl dieselbe kein Honiglecken war— mit

großer Mühe und zur vollsten Zufriedenheit unterzogen. Die alte Ausmauerung ist abge­tragen worden, der Brunnen ist bis aus 25 m
vertieft, bis zum Tag herausgemauert, voll­ständig neu eingesetzt, die Wasserleitung funk­tioniert und ein Wasserstand von 13 m Wasser—
was schließlich das wichtigste ist— steht zur Verfügung. Auch in der finanziellen Seite ist Meister Hödl dem OSR. in sehr anerkennens­werter Weise entgegengekommen. Seine Arbeit war sehr zufriedenstellend, die verwendeten Ma­terialien und Rohre erstklassig und dabei so
billig, als es nur möglich ist. Es gebührt daher dem Herrn Hödl an dieser Stelle öffentlich Dank und Anerkennung, nicht minder auch sei­nen ehrlichen und tüchtigen Gesellen. Meister Hödl kann jedermann bestens empfohlen werden.

Fund aus der Franzosenzeit

Ausgabe vom 27.09.1934

Murstetten. (Fund aus der Franzosenzeit.)
Vor einiger Zeit wurde hier bei Straßenarbeiten eine Kanonenkugel aus dem Jahre 1809 gefun­den, bekanntlich haben die Franzosen in Murstet­ten fürchterlich gehaust. Die herrliche Goldburg von Murstetten, die als die schönste Burg des alten Österreichs bekannt war, in der Kaiserin
Maria Theresia und Kaiser Josef II. häufige Gäste waren wurde von den Plündernden Fran­zosen in einen Trümmerhaufen verwandelt, so daß
sie nicht mehr aufgebaut werden konnte. Noch heute nach mehr als 100 Jahren, spricht man von der Pracht dieser Burg.

Dollfuß-Gedenktafel

Beitrag vom 15.11.1934

Murstetten. (Dollfuß-Gedenktafel.) Herr J. Schindl, Neupriester in St. Pölten, weihte hier am Allerheiligenfeste eine Dollfuß-Gedenk­tafel, wobei er in einer erhebenden Ansprache den verewigten Bundeskanzler als vorbildlichen
Menschen und Christen zeichnete. Namens des Kameradschaftsvereines sprach hierauf Herr Anton Mengel, namens der VF. Herr Vizebürgermeister Anton Kos. In dankenswerter Weise wirkte bei der Feier, an der sich die 
Bev­ölkerung außerordentlich beteiligte, auch un­sere Musikkapelle mit.

(2025) Befindet sich im Heimatmuseum in Perschling

 

Pfarrer Neulinger gestorben

Beitrag vom 07.02.1935

Murstetten. (Erkrankung des Hochw. H. Pfarrers Neulinger.) Im Laufe der vorigen Woche ist unser hochw. Herr Pfarrer schwer erkrankt und mußte auf Anraten des Arztes das Spital der Barmherzigen Brüder in Wien
aufsuchen. Die Aushilfe in der Seelsorge wird einstweilen vom hochw. Herrn Pfarrer Binder aus Würmla besorgt. Sonntag den 3. Februar hielt Hochw. Herr Ordinariatsaktuar F. Wim­mer aus St. Pölten die Kerzenweihe und den
Gottesdienst, vor Redaktionsschluß erfahren wir, daß Pfr. Neulinger leider seiner Krankheit erlegen ist.

Hauptstraße bekommt Pflastersteine

Ausgabe vom 30.05.1935

Murstetten. (Straßenbau), wie verlautet, soll in nächster Zeit die Hauptstraße unserer Gemeinde mit Kleinschlagpflaster versehen wer­ den. Ein kleiner Schritt nach vorwärts zur Ver­besserung des Verkehres im Gebiete der Gemein­den westlich des Haspelwaldes.

Amtseinführung Pfarrer Friedrich Rafetseder

am 07.07.1935

Ausgabe vom 25.07.1935

Murstetten. (Einführung des neuen Pfarrherrn.) Seit dem Tode des guten Pfarrers Karl Neulinger (5. Februar 1935) war die Pfarre Murstetten verwaist. Gaben sich der hochw. H. Provisor Geistl. Rat Reberskp, Koop. Enne (Böheimkirchen) und P. Hafeneth aus Wien auch jede erdenkliche
Mühe, um Gottesdienst und Seelsorge regelmäßig weiter zu führen, so sehnten sich doch die Murstettner darnach, endlich wieder einen eigenen Pfarrer und täglichen Gottesdienst zu haben. Dieser heiße Wunsch fand am Sonntag den 7. Jul: seine Er­füllung. Um 3 Uhr hielt der junge Pfarrer, 
Friedrich Rafetseder, bisher Stadtkooperator in Haag, seinen festlichen Einzug. Alle Pfarrkinder, groß und klein, waren herbeigeeilt, ihren neuen Seelenhirten zu begrüßen. Im Namen des Provisors, der leider
am Erscheinen verhindert war, begrüßte P. Hafeneth den Pfarrer am Ortseingang mit dem Wunsche, er möge „Friedreich" (Friedensbringer) für die Ge­meinde sein. Hell klang es aus Kinderkehlen:
„Gott grüße Dich", und in schlichten Versen gaben die Kleinen ihrer Kreude Ausdruck, wieder einen Seelenführer zu haben. Willkommgrüße entboten
die Gemeinde, Ortsschulrat und die Obleute der einzelnen Vereine. Dann formte sich der Zug zum

Gotteshaus. Es war ein Triumphzug durch festlich beflaggte Straßen, begleitet von freudiger Musik, dem Krachen der Poller und dem feierlichen Geläute der Glocken. Den neuen Pfarrer begleiteten der Pa­tronatsherr Graf Althann, die Nachbargeistlichkeit, Kanonikus Msgr. Trimmel aus Steinakirchen, die Eltern, Geschwister und Anverwandten, Freunde
aus nah und fern, meist aus Orten, wo Herr Rafetseder aus der Zeit seines Wirkens noch in bester Erinnerung steht. Selbst die Burschenvereinskapelle
aus Petzenkirchen fehlte nicht und erfreute durch ihr munteres Spiel. Die Kirche hatte herrlichen Palmenschmuck angelegt. Nach der ergreifenden Ze­remonie der Installation, die Dechant Michael Hiebl aus Neulengbach vornahm, schilderte diesem in be­redten Worten, wie der gute Priester Sonnenschein bringe in die Gemeinde und in jede einzelne Seele
und forderte die Pfarrkinder auf in unentwegter Treue zu ihrem neuen Pfarrer zu stehen. Sakra­mentaler Segen und Tedeum beschlossen die kirchl.
Feier. Anschließend fanden sich die Gäste im Gast­hause zu einer schlichten Jause ein. Die Reden, die dort gehalten wurden, gipfelten in den einem

Wunsche: ad multos annos! Die Murstettner können sich glücklich schätzen, einen tüchtigen, seeleneifrigen Pfarrer, den der beste Ruf begleitet, ihr Eigen nen­nen zu dürfen. Dem hochw. H. Pfarrer aber wünschen wir vom ganzen Herzen Gesundheit und Freude an seinen Pfarrkindern auf recht viele Jahre!

Militärübung - Herbstmanöver

Ausgabe vom 12.09.1935

Murstetten. (Manöver.) Vorige Woche herrschte in Murstetten reges Leben und Trei­ben, war ja doch zu den Manövern viel Militärgekommen. Es zeigte sich, daß der Zauber der Montur auch in unserer Zeit seinen Reiz noch
nicht verloren hat. Murstetten lag im Gebiet, das der roten Manöverpartei gehörte. Schon einige Tage vor den Manövern legten Sol­daten die Leitungen für das Feldtelephon.
Mittwoch den 4. September begann es leben­dig zu werden. Infanterie marschierte an, Ma­schinengewehrabteilungen, die schweren 
Maschi­nengewehre auf Tragtiere aufgepackt, die leich­ten von Soldaten getragen, rückten nach. Eine lange Kolonne von Militärautos der 
Kraft­fahrjäger fuhr durch, die sogenannte „Schnelle Brigade", die sich bei den Manövern sehr gut bewährte. Abends wurde es dann besonders
le­bendig, als die Truppen von den Übungen zur Einquartierung kamen. Am 5. und 6. Sep­tember, den eigentlichen Übungstagen, erleb­ten wir den Krieg im Frieden. Kanonenschüsse dröhnten, Maschinengewehre ratterten, 
Flug­zeuge umkreisten die Gegend und warfen in Büchsen mit rot-weiß-roten Fähnchen die Flugzeugmeldungen ab. Besonders interessant war
die Fliegerstaffel, bestehend aus sechs Flug­zeugen, die keilförmig das Kampfgebiet über­flogen. Auch hohe Persönlichkeiten wie Bun­deskanzler Schuschnigg, einige Mitglieder der Regierung und hohe Offiziere, fuhren durch Murstetten, als sie sich zu den Manövern auf den Feldherrnhügel bei Würmla begaben.



Burschen-Vereinsgründung

am 06.10.1935

Ausgabe vom 10.10.1935

Murstetten. (Burschenvereins-Gründung.) Der 6. Oktober war ein bedeutungsvoller Tag für Mur­stetten, er war der Geburtstag des katholischen Burschenvereines. Der Einladung zur Besprechung
zwecks Gründung eines Burschenvereines hatten 23 Burschen Folge geleistet. Bei dieser Besprechung wurden die Ziele des Reichsbundes dargelegt, die da sind: ein Leben nach katholischen Grundsätzen,
Charakterbildung, Pflege von Freude durch Lied, Spiel, Theater, Wandern, Erhaltung alten Volks­gutes im Volksbrauch und Volkstanz, Erziehung
zum staatstreuen, heimatverbundenen Staatsbür­ger, Fortbildung in Kursen und Pflege treuer Ka­meradschaft. Die Burschen bekannten sich begeistert zu diesem Reichsbundprogramm und meldeten sofort alle ihren Beitritt. Der Anfang ist gemacht. Es werden aber noch manche kommen, die anfangs
ängstlich und abwartend zusahen. Auch diese sind jederzeit herzlich willkommen. Im Burschenverein gibt es keinen Unterschied zwischen Besitzerssohn und Knecht, zwischen Arbeiter, Lehrling oder Ge­hilfen. Darum Burschen, die ihr noch abseits steht, kommt in den Reichsbund, dort findet ihr alles, was der junge Mensch braucht. Als Vereinslokal dient, dank dem Entgegenkommen des Ortsschul­rates und der Schulleitung, die Schule. Neuanmel­dungen werden jederzeit im Pfarrhofe entgegen ge­nommen.

Heldengedenkfeier

Ausgabe vom 07.11.1935

 

Murstetten. (Heldengedenkfeier) Laut An­ordnung der Schulbehörde veranstaltete unsere Schule am 26. Oktober eine Heldengedenkfeier. Nach gemeinsamem Kirchgang stellten sich die Kinder vor dem geschmückten Kriegerdenk­mal auf, woselbst Herr Pfarrer die Gedenkrede hielt und die Kinder zur Liebe und Opferbereit­schaft gegen das Vaterland aufforderte. Dann fangen alle das Lied vom guten Kameraden.

Die Schülerin Rosa Schlembacher trug ein pas­sendes Gedicht vor, worauf alle das Lied der Jugend und zum Abschluß die Bundeshymne sangen. 



Fertigstellung der Straßenpflasterung

Ausgabe vom 21.11.1935


(Straßenpflasterung). Kürzlich wurde nun auch die Straßenpflasterung beendet. Die Ge­meinde kann stolz auf dieses Merk sein. Das
Hauptverdienst am Zustandekommen der Pfla­sterung hat wohl Herr Franz Bittner, der die treibende Kraft dabei war und auch die Bei­stellung der Fuhrwerke leitete.

Gasthäuser neu übernommen

Ausgabe vom 05.12.1935

Murstetten. (Besitzwechsel.) Auf dem Gast­haus und der Bäckerei des Herrn Schmatz ist seit 15. November ein neuer Pächter, Herr Eisenköbl, der früher ein Pachtgeschäft in St. Pölten hatte. 
Auch das Gasthaus des Herrn Fritz hat einen neuen Besitzer in Herrn
Franz Schmied bekommen, der nunmehr ne­ben dem Gasthause auch die Schlosserei weiter­führt. Herr Fritz hat das frühere Eisenschenk-
Haus von Herrn Baumeister Eichinger käuf­lich erworben.

Theateraufführung

Sparverein wird verlegt

Ausgabe vom 02.01.1936

Murstetten. (Theatervoranzeige.) Die katho­lischen Vereine von Murstetten laden zu den Theaterausführungen am Dienstag den 31. Dezember um 8 Uhr abends und Sonntag den 5. Jänner um 3 Uhr nachmittags im Saale des
Herrn Kerschbaum freundlichst ein. Wer einmal einige vergnügte Stunden erleben und sich aus­lachen will, der komme ins Theater!

(Sparverein.) Sonntag den 15. Dezember war Auszahlung beim Sparverein. Die wö­chentlich eingezahlten Beträge erreichten eine Summe von über 
9000 S. Die Vollversamm­lung des Sparvereines beschloß, das Lokal vom
Gasthaus Schmatz ins Gasthaus Schmied zu verlegen.

Abschied von Lehrer Josef Mittelhofer

Ausgabe vom 16.01.1936

Murstetten. (Abschied.) Mit 1. Jänner erhielt Herr Lehrer Josef Mittelhofer sein Anstellungsdekret als definitiver Lehrer von Egelsee bei Krems. Herr Lehrer Mittelhofer war tüchtig in der Schule und hatte sich auch
um die neugegründete Musikkapelle ange­nommen, deren Kapellmeister er war. Daher hatte ihn die Musikkapelle am 5. Jänner abends mit Musik zu einer kleinen Abschieds­feier bei Schmatz eingeholt. Am 6. Jänner

 

vormittags hatte sich der Lehrkörper und die Bürgermeister der zwei Gemeinden in der Schule eingefunden, um den scheidenden Leh­rer den Dank für sein wirken in Murstetten auszusprechen. An Stelle des Herrn Lehrers Mittelhofer kam Frl. Lydia Sellinger aus Brand-Laaben an unsere Schule.

Abschied von Anna Fritz

Murstetten. (Todesfall.) Am 2. Jänner starb Frau Anna Fritz, Wirtschaftsbesitzers­gattin in Murstetten 42, an den Folgen eines unheilbaren Leberleidens im 59. Lebensjahre.

Jungreichsbund gegründet

Ausgabe vom 06.02.1936

(Jungreichsbund) Was die Buben schon lange ersehnten, ist vorige Woche Wirklichkeit geworden. Der Jungreichsbund wurde gegründet. 26 Buben hatten begeistert ihren Beitritt gemeldet.

Gendarmerie übersiedelt nach Murstetten,

Ausflug,
Staatsfeiertag

Ausgabe vom 07.05.1936

Murstetten. (Gendarmerie.) Mit 1. Mai übersiedelte der Gendarmerieposten von Thalheim nach Murstetten in die alte Schule. Die entsprechenden Räumlichkeiten wurden gründ­lich renoviert und auch das Telephon wurde
eingeleitet. Mit der Übersiedlung des Gendar­meriepostens ist ein langgehegter Wunsch vieler Murstettner in Erfüllung gegangen.

(Ausflug.) Der blühende Frühling lockt ins Freie. Daher machten 25 reiselustige Murstett­ner einen Autoausflug. Die Fahrt ging über
St. Pölten, Melk zunächst nach Petzenkirchen, von dort nach Wolfpassing, wo die Musterwirt­schaft und die Molkerei unter Führung von
Ingenieuren besichtigt wurde. In Steinakirchen wurde Mittag gemacht,- dann ging die Fahrt nach Neustadtl und auf den Brandstetter-Kogl, von wo aus man einen sehr schönen Ausblick hinunter auf Grein und auf die Donau hat. Die Fahrt ist in bester Stimmung verlaufen und wird allen in angenehmer Erinnerung bleiben.

(Staatsfeiertag.) Der Tag des neuen Österreich wurde auch bei uns in würdiger weise begangen. Zum Festgottesdienst waren die Feuerwehren von Murstetten und Thalheim, der Kameradschaftsverein, Burschenverein und Kon­gregation ausgerückt. Der Kameradschafts-Verein
hielt an diesem Tage auch den Gedächtnistag der gefallenen Krieger. Daher Zogen nach dem Gottesdienst alle Vereine und auch die Schul­kinder zur Heldenfeier beim Kriegerdenkmal, wo Herr Pfarrer in seiner Ansprache die Vater­landsliebe der gefallenen Helden als Vorbild für jeden Österreicher hinstellte.

Gründungsfest des Burschenvereins "Treue"

Murstetten. (Gründungsfest.) Am 24. Mai begeht der neugegründete Burschenverein „Treue" sein Gründungsfest, verbunden mit
der Weihs einer Sturmfahne und eines Jung-Reichsbund-Wimpels. Am Samstag ist um 3/4 7 Uhr abends religiöse Einkehrstunde für
die Burschen mit anschließender hl. Beichte.

Der Festtag wird mit einem musikalischen Weckruf eingeleitet. Um 7 Uhr ist Festgottes­dienst mit Generalkommunion. Um 10 Uhr ist Gaukonferenz des Gaues Wienerwald, von halb 1 bis halb 2 Uhr ist Empfang der aus­wärtigen Vereine, um 2 Uhr die Fahnenweihe, die hochw. Herr Geistl. Rat Dechant Hiebl von Neulengbach vornehmen wird. Daran schließt sich die Heldenehrung beim Kriegerdenkmal 

und der Festzug. Die Festrede hält hochw. H. Jugenddirektor Klamminger von St. Pölten. 

Der Abschluß des Festes bilden ein Gartenfest im Maierhofgarten (Garten in der Goldburg), bei dem Konzertstücke, Volkslieder und Voklkstänze in bunter Folge für Unterhaltung sorgen werden. Das Fest findet bei jeder Witterung statt. Um jeden die Teilnahme am Feste zu ermöglichen, wurde der Preis des Festabzeichens mit nur 50g festgesetzt. Alle Freunde der katholischen Jugend sind zu diesem Fest herzlichst eingeladen.

Renovierung der Moorhofmauer

Ausgabe vom 06.08.1936

(Renovierungen.) Die teilweise schon recht schadhaft gewesene Einfriedungsmauer  im Meierhofe wird nunmehr einer Renovierung unterzogen; ebenso auch die im Meierhofgarten aufgestellten Statuen
der ehemaligen Goldburg. Es handelt sich um eine Statue des Mohrenkönigs, der sehnsüchtig nach Osten schaut, der aufgehenden Sonne Blicke zuwendend. Dann sind zwei Gruppen von Putten, die eine Vase am Kopfe tragen, ferner eine Statue des Aeskulap und des Merkur und ein Torso ohne Kopf. Das ist auch alles, was von der einstigen Herrlichkeit der Goldburg kündet, die eine der schön­sten Burgen Österreichs gewesen sein soll und auch von Kaiserin Maria Theresia im Sommer oft be­sucht wurde.

Mohrenkönig - Putten mit Vase am Kopf - Statue des Merkur

Torso ohne Kopf - Putten mit Vase am Kopf

Statue des Merkur

Neue Lehrerin - Frl. Paula Köttner

Ausgabe vom 10.09.1936

(Neue Lehrerin). Die ausgeschriebene Lehrerstelle wurde von der Ernennungskommission an Frl. Paula Köttner verliehen, die vor­her in Eßlingen als Hilfslehrerin angestellt war.
Möge sich die neue Lehrkraft, die bereits am 31. August eingetroffen ist, in Murstetten recht wohl fühlen.

Endlich gute Busverbindungen

Ausgabe vom 15.10.1936

Murstetten. (Autoverbindung.) Den Bemü­hungen der Gemeinden und der interessierten Kreise ist es gelungen, durch die  Übernahme der Autolinie durch Herrn Hammer, eine gün­stige Autoverbindung zustande zu bringen. Mur­stetten hat nun viermal im Tage eine Verbin­dung mit Neulengbach und Perschling. Beson­ders zu begrüßen ist die Verbilligung des Fahrpreises, sowie die Weiterführung der Linie bis Perschling.

Neuer Gendarm in Murstetten

Ausgabe vom 22.10.1936

Murstetten. (Abschied.) Herr Gendarmerieaspirant Alois Schmidt hat vorige Woche Murstetten verlassen, um seinen neuen Po­sten in Altlengbach anzutreten. Herr Schmidt hatte sich während der kurzen Beit seines
Hierseins recht gut eingelebt und ist auch schwer von Murstetten fortgegangen. An seiner Stelle wurde Herr Theo Göpl, ein ge­borener Tiroler, dem Gendarmerieposten zugeteilt.

Heimexerzitien

Ausgabe vom 24.12.1936

Murstettrn. (Heimexerzitien.) vom 6. bis 9-Dezember wurden in Murstetten die ersten Heim­exerzitien gehalten- und zwar sind die Burschen mit
gutem Beispiel vorangegangen. 22 Burschen hatten .sich zu diesen Tagen geistlicher Erneuerung gemeldet, von den Teilnehmern waren 18 Burschenvereins- mitglieder. Die Burschen haben sehr brav und vor­
bildlich bei den Exerzitien mitgetan. Exerzitienleiter war Hochw. H. P. Hartmann aus dem Franziskaner­kloster in Wien, der durch sein gewinnendes Wesen schnell die Sympathie der Burschen gewonnen
hatte. Gehalten wurden die Exerzitien im Saale des H. Kerschbaum. Dieser Saal hat sich dazu sehr gut geeignet. Am 9- Dezember früh war dann 
feier­liche Generalkommunion und Erteilung des päpst­lichen Segens in der Kirche, wozu sich auch die An­gehörigen der Exerzitanten und viele Gläubige eingefunden hatten. Das Anteil der Burschen über die Exerzitien lautete: Es war schön. Da nun begreif­licher Weise auch die Mädchen hinter den Burschen nicht zurückstehen wollen, werden im Jänner auch Heimexerzitien für Mädchen gehalten werden. Der Termin wird noch rechtzeitig bekanntgegeben wer­den.

Kindertheater

Ausgabe vom 14.01.1937

(Kindertheater). Zu den Weihnachtsfeier­tagen ließen sich die Schulkinder wieder auf der Bühne sehen. Gespielt wurden die Stücke „Das Christwunder" und „Weihnacht beim Waldschneider". Die Kinder haben durchwegs recht
natürlich und unbefangen gespielt und daher fanden auch beide Stücke den Beifall der Zu­schauer. Die Mühe und Arbeit, die besonders Herr Oberlehrer Losert zusammen mit den an­dern Lehrkräften hatte, hätte wahrlich besseren Besuch verdient.

Raika Murstetten- Thalheim feiert

40-jähriges Jubiläum

Ausgabe vom 04.02.1937

Murstetten. (Jubiläum,) Die Raiffeisenkassa Murstetten-Thalheim feierte am 31. Jänner das 40-jährige Jubiläum des Bestandes. Die Mitglieder
des Ausschusses und Aufsichtsrates, sowie die Fest­gäste legten vor dem Festgottesdienst am Friedhof beim Missionskreuz einen Kranz nieder für die ver­storbenen Gründer, Funktionäre und Mitglieder: auch das feierliche Hochamt wurde in dieser Meinung zelebriert. Bei der Festversammlung gab H. Bittner, der Gründer und seitherige Obmann einen kurzen Überblick über die Gründung und Entwicklung der Kasse. Bei der Gründung waren seinerzeit 7 Mit­glieder, heute sind 106. 
Dann sprach H. Bezirksbauernkammerobmann Ökonomierat Ofner, der H-Bittner als Gründer beglückwünschte und ihm für seine Arbeit als Obmann dankte und auch die  Mit­glieder zur Einigkeit aufforderte. H. Dozent Schobl schilderte das Leben und Wirken Raiffeisens und zeigte, wie es zur Gründung des Genossenschafts­wesens und der Kassen gekommen ist.

Pfarrbibliothek hat neue Bücher

Ausgabe vom 11.02.1937

Murstetten, Die Pfarrbibliothek erfuhr durch die Neueinstellung mehrerer Bücher eine wertvolle Bereicherung. Von den neuen Büchern seien einige genannt: Paul Keller: Waldwinter........

... und noch einige andere Bücher. Möge auch weiterhin von der Pfarrbibliothek ein recht ausgiebiger Gebrauch gemacht werden, denn Lesen ist der schönste Zeitvertreib und auch zugleich ein Bildungsmittel.

Gründung einer Ortsgruppe

Ausgabe vom 22.04.1937

Murstetten. (Jungvolk.) Nunmehr wurde auch in Murstetten mit der Gründung einer Ortsgruppe des Jungvolkes begonnen. 
Zum Ortsführer für die männliche Jugend wurde H. Oberlehrer Albert Losert, als Führerin der weiblichen Jugend Fräulein Lehrerin Maria Hajek ernannt. Ferner wurde Herr Pfarrer Rafetseder zum Bezirksjugendseessorger des
Bezirkes Neulengbach berufen. Aufgabe des Jungvolkes ist es, die Jugend glaubensstark und vaterlandstreu zu erziehen und auch körper­lich zu ertüchtigen. Vas Hauptkontingent des Jungvolkes in Murstetten stellen bis jetzt die katholischen Jugendvereine: Jung-Reichsbund, Reichsbund und Kongregation, die somit einem Wunsch des hochw. H. Bischofs nachkommen, der will, daß auch die katholische Jugend beim
Jungvolk mitarbeite und so mithelfe am Neu­bau des christlichen Österreich. Im bisherigen Vereinsbetrieb wird sich daher im wesentlichen
nicht viel ändern, nur wird die vaterländische Erziehung und körperliche Ertüchtigung zum bis­herigen Arbeitsprogramm dazugenommen. Das
Jungvolk Murstetten wird sich in kürzester Zeit an die Arbeit machen, um beim Jungvolk-Bezirkstreffen in Neulengbach am 30. Mai seinen
Mann schon stellen zu können. Eltern, schickt eure Kinder ins Jungvolk!

Gründung der Katholischen Frauenorganisation KFO

Ausgabe vom 17-06-1937

Murstetten (KFO-Gründung) Der 13. Juni 1937 war der Geburtstag der kath. Frauenorganisation der Pfarre Murstetten. Ein schon länger gehegter Plan ist damit Wirklichkeit geworden.

(Todesfall.) Am 3O. Juni starb Frau Franziska Kerschbaum, Gastwirts- und Fleischhauersgattin in Murstetten, im 49. Lebens­jahre. Ein heimtückisches Krebsleiden hatte vor einigen Monaten eine Operation notwendig 
gemacht, doch war bereits jede Hilfe zu spät. Seither siechte Frau Kerschbaum dahin, bis der Tod für sie schon als Erlöser kam. 
Am Lei­chenbegängnis nahm eine ungeheure Menschen­menge aus nah und fern teil. Frau Kerschbaum war eine stille, bescheidene Frau, die besonders
auch für arme Kinder ein mitleidiges Herz hatte. Der Herr sei ihr Vergelter!

Raika bekommt eigene Räumlichkeiten

Ausgabe vom 16.09.1937

Murstetten. (Raiffeisenkasse.) Die Raiff­eisenkasse, die bisher in der Gemeindekanzlei untergebracht war, hat nun ein eigenes Lokal
im Pölzgruberhaus, was von der Bevölkerung begrüßt werden wird,- denn an Sonntagen war immer zuerst die Amtsstunde der Kassa, dann
erst amtierte die Gemeinde. Wer daher auf der Gemeinde zu tun hatte, mußte warten, bis die Kassastunde vorüber war. Bei der Ziehung
der Trefferanleihe fiel auf das Los, das die Kassa seinerzeit gekauft hatte, ein Treffer von 500 S.

Abbau einer Schulklasse

Ausgabe vom 07.10.1937

Murstetten, (von der Schule.) Einige Wochen nach Schulbeginn kam jetzt ganz unerwartet eine Verfügung des Bezirksschulrates, der zufolge eine
Schulklaffe abgebaut wurde. Diese Verfügung bat allgemein großes Befremden besonders unter der Elternschaft hervorgerufen. Es wird mit Recht immer wieder die Frage aufgeworfen, warum gerade immer
bei der Schule mit dem Sparen angefangen wird. Anderseits warten so viele Junglehrer auf Anstel­lung. Durch die Zusammenziehung von Klaffen wird
auch von den Lehrkräften eine Mehrleistung in der Schule verlangt. Außerdem ist ohnehin schon vielen Lehrkräften durch die Mitarbeit im Jungvolk eine neue Arbeitslast aufgebürdet. Das möge endlich an
den berufenen Stellen beherzigt werden. Infolge des Abbaues einer Klaffe wurde die Lehrerin, Fr. Paula Köttner, die gerade ein Jahr an der hiesigen Schule angestellt war, nach Altlengbach versetzt.

1936

Pötschner und Müller

Ausgabe vom 16.10.1937

Heimexerzitien für Mädchen im Jänner 1937 und Buben im Dezember 1936

Heimexerzitien für Buben im Dezember 1936


Theatergruppe 1937

Ausgabe vom 25.11.1937

1937 - Anna und Poldi Gassner aus Obermoos

Theater

Ausgabe vom 23.12.1937

Murstetten. (Theater.) Am 5., 8, und 12.Dezember traten die kath. Jugendvereine mit dem Theaterstück „Der Goldbauer" wieder vor
die Öffenstichkeit. Das Stück hat allen sehr gut gefallen, was nicht zuletzt auf das tadellose Spiel zurückzuführen ist. Leopold Frech hat als
Goldbauer seine große und schwere Rolle sehr gut gemeistert. Marie Karrer hat es ganz be­sonders verstanden, als Vroni die Herzen der
Zuschauer zu gewinnen. Sie gehört nunmehr zu den besten Kräften der Vereinsbühne- desgleichen Anton Kos, der als Falkentoni ein ganz 
ausge­zeichnetes Spiel bot. Auch Mitzi Maresch hat durch ihr natürliches Spiel gefallen und hat in Franz Rafetseder, der den Baron v. Hellkron
spielte, einen würdigen Partner gefunden. Frl. Hajek verstand es, sich in die schwere Rolle der Madai hineinzuleben. Auch Anna Mengl machte
als Wirtschafterin Wally ihre Sache gut. Alois Mitterhofer, Anton Hönigsberger und Johann Spangl haben als Ramsauer Bauern ihre Auf­gabe zufriedenstellend gelöst. Franz Mitterhofer, Karl Kos, Franz Poschmayer und Rosa Schlembacher haben als Träger kleinerer Rollen eben­
falls zum guten Gelingen des Spieles ihren Teil beigetragen.

Pfarrbibliothek - 

Bücher auch in Thalheim abzuholen

Ausgabe vom 24.02.1938

(Bibliothek.) Um die Bücherentlehnung den Bewohnern von Thalheim und Umge­bung zu erleichtern, wurde in Thalheim eine Abgabestelle der Pfarrbibliothek errichtet, die Herr Kaufmann Dorner aus Gefällig­keit übernommen hat. Wer also Zeit und Lust zum Lesen hat, kann sich Bücher bei Herrn Dorner entlehnen. Die Leihgebühr beträgt pro Buch und Woche 10 g.


Ausgabe vom 24.03.1938

Abschied von Murstettens Hebamme 

Fr. Anna Neumayer


Murstetten. (Todesfälle.) Am 6. März starb im Spital in St. Pölten Frau Anna
Neumayer, Hebamme in Murstetten. Der Leichnam wurde nach Murstetten überführt und am 9. März beigesetzt. Am Leichen­begängnis beteiligten sich besonders viele Frauen, vor allem diejenigen, denen Frau Neumayer in schwerster Stunde eine er­fahrene und treu besorgte Helferin war. Frau
Neumayer war als Hebamme sehr gewissen­haft. Sie hat ihren Beruf seit 1901 in Mur­stetten ausgeübt.— 

Deutsche Soldaten in Thalheim


Thalheim. (Einqartierung.) Im Schloß Thalheim find bei 200 Soldaten der deut­schen Wehrmacht einquartiert. Die Soldaten sind von der Schönheit Deutschösterreichs ganz begeistert. Sie fühlen sich recht wohl bei uns und haben sich auch schnell die Her­zen der Bevölkerung erobert. 

Fackelszug zur Feier des Anschlusses an das Deutsche Reich

Böheimkirchen(Fackelzug.) Am Abend des 17. d. M. veranstaltete die hies. Ortsgruppe der NSDKP. einen Fackelzug zur Feier des An­schlusses Österreichs an das Deutsche Reich.
Am Zuge beteiligte sich die Schuljugend mit ihren Lehrpersonen, die HI., die Ortsgruppe Böheimkirchen mit ihren Gliederungen, SK. und die Ortsgruppen von Kasten (mit Musik) und Murstetten, Bürgermeister Fried, die Gendarmerie, Geschäftsleute, An­gestellte und Arbeiter usw. Am Platze vor der Schule, der den Namen „Adolf-Hitler-Platz" erhielt, hielt Bezirksinspekteur Tierarzt Rieder die Festrede. Mit der unsterblichen 

Hymne Haydns, welche jetzt wieder mit dem ursprünglichen Text („Deutschland, Deutsch­land über alles") gesungen wird und dem Horst-Wessel-Lied schloß die Feier. K.

Begrüßung der deutschen Wehrmacht

Perschling. (Soldatenleben.) Über eine Woche stand unser an der Bundesstraße ge­legener Ort im Zeichen des Durchmarsches
unserer Brüder aus dem Reiche. Als erste kamen hoch in den Lüften die Soldaten Her­mann Görings, die auch bei uns ihre Auf­rufe abwarfen, welche von der Bevölkerung begeistert ausgenommen wurden. Dann
kamen als erste die mächtigen Panzerspäh­wagen der Aufklärungsabteilungen, moto­risierte Nachrichtenabteilungen und 
Flak-Artillerie. Die Bevölkerung bereitete überall den durchmarschierenden Truppen einen be­geisterten Empfang. Die Ortsstraße war be­setzt von jung und alt. Alles freute sich Deutschlands junge Wehrmacht begrüßen zu

können. Die Bauern auf den Feldern unter­ brachen ihre Arbeit und winkten den vor­ überfahrenden Soldaten zu. Besonders herz­lich war der Empfang, der den Soldaten Adolf Hitlers bereitet wurde, in der Ort­schaft selbst, hier hatte es sich Frau ...... nicht nehmen lassen, ihren gesamten Vorrat
on Äpfeln heranzuschleppen und zu ver­teilen. Bald war die perschlinger Dorfstraße ein langer Zug parkender Kraftwagen der Wehrmacht, deren Insassen neben ihren Fahrzeugen standen und dankbarst das 
er­frischende Obst schmausten. Auch die Kauf­mannsgattin Frau ..... räumte unter ihren Äpfelvorräten auf, immer wieder füllte sie ihre Schürze, bestieg ein Stockerl und bewarf die vorüberfahrenden Soldaten
mit ihren „geballten Ladungen". Die Sol­-

Adolf Hitler auf seiner Fahrt durch Perschling

daten waren sichtlich überrascht und erfreut über diese Art von Handgranaten, mit de­nen sie beworfen wurden.

(Der Führer auf seiner Fahrt durch Perschling.) Der große Tag des Führerbesu­ches ging natürlich auch an unserer Ort­schaft nicht spurlos vorüber. Schon 2 Stun­den vor dem Eintreffen des Führers sauste
ein Motorradfahrer durch die Straße und rief: „Der Führer kommt!" Dieser Ruf lockte jung und alt auf die Straße. Haus- u. Feld­ arbeiten wurden vergessen und alles harrte des Mannes, der das Schicksal seiner und
unserer Heimat in seine starke Hand genom­men hatte. Die Dorfstraße war reich beflaggt, wer in der Eile keine Hakenkreuzfahne mehr auftreiben konnte, nähte auf eine in seinem 

In Kapelln

Besitz befindliche Fahne ein Hakenkreuz, um dadurch seiner Verbundenheit mit dem Gesamtüeutschtum Ausdruck zu geben. Den Absperrungsdienst besorgte in mustergültiger weise die bewährte SA. Von weit und breit
her waren Volksgenossen erschienen, um Zeugen des geschichtlichen Augenblickes sein zu können. 

Insbesondere die strammen Murstettner, die durch all die schweren Jahre der Verbotszeit der Fahne die Treue gehalten hatten, waren da, um dem Führer ins Auge zu sehen, für den sie alles erduldet hatten.

Plötzlich saust ein Motorradfahrer durch die Straße und rief: „Jetzt kommt er!" Und schon sah man den Wagen des Führers zwischen den ersten 
Häu­sern erscheinen. Der Führer erhob sich sofort und grüßte all die Volksgenossen, die gekom­men waren, ihn zu sehen. Die Begrüßung

 

war teils jubelnd in überschäumender Begei­sterung, teils stumm ergriffen. In aller Au­gen konnte man lesen: „Dir folgten wir!"
Und als Antwort sagten die Augen des Füh­rers: „Ich habe euch geführt!" 


Die Begrü­ßung des Führers erwies so recht die Ver­bundenheit gerade des Landvolkes mit dem Mann, dessen Vorfahren einst auch den Pflug
in hartes Ackerland stießen. Unvergeßlich für jeden, ein nie wiederkehrender, geschichtlicher Augenblick.

Trauung Anton und Maria Zobel

Ausgabe vom 28.04.1938

Getraut wurden: Am 19.04.: Anton Zobel Straßenwärter in Murstetten Nr. 65, mit Maria Deinbacher in St. Pölten-Ober-Wagram.

Taugliche Murstettner

Ausgabe vom 05.05.1938

 

(Tauglich.) Von den 5 Stellungspflichtigen der Gemeinde Murstetten wurden alle als taug­lich befunden,- 3 zur Waffe, 2 ohne Waffe.
Tauglich mit Waffe waren: Anton Hönigsberger von Gottlosberg, der zur Infanterie nach St. Pölten zugeteilt wurde, Michael Klarer aus Moos, der zur Panzerabteilung kommt, Franz Rafetseder aus Murstetten, der zur Schweren Artillerie nach Wien einrücken muß.
Franz Mitterhofer aus Winkling und Leopold Strohmayer aus Moos waren tauglich zur Dienstleistung ohne Waffe. 

Primizfeier - Priester Alois Bichler aus Thalheim

 

Murstetten. (Primiz.) Der 22. Mai war ein Freudentag für die pfarrgemeinde Murstetten. An diesem Tage feierte der Neupriester, Herr Alois Bichler aus Thalheim sein erstes hl. Meßopfer. Da in Murstetten noch nie eine Primiz war, suchte man sie so schön als möglich zu gestalten. Fast alle Häuser
waren beflaggt und mit Kränzen und Blu­men geschmückt, wenn es auch beim Empfang 

und Einzug in Strömen regnete, so konnte das doch der Festesfreude keinen Eintrag tun.
Herr Kanonikus Laaber aus St. Pölten hielt die Primizpredigt, in der er die innige Be­ziehung zwischen Priester und Volk aufzeigte, der Priester kommt aus dem Volke und sein Beruf führt ihn wieder zum Volke zurück.
Beim Primizamt führte der Kirchenchor die 7. Messe von Dr. Faist auf und zeigte dabei ein für ländliche Verhältnisse gutes Können.
Ergreifend war es, als der junge Priester seiner Mutter, seinen Geschwistern und ver­wandten den primizsegen erteilte.
Die Pfarr-, 

gemeinde Murstetten ist stolz, daß sie nun auch der Diözese einen Priester schenken kann. Die Teilnahme an der Primiz hat gezeigt, daß
die Bevölkerung von Murstetten den Priester schätzt, wenn er es gut und ehrlich meint.
Viele fleißige Hände waren am Werke, um der Kirche ein schönes Festkleid anzulegen.
Allen, die mitgearbeitet oder gespendet haben, sei ein herzliches „Vergelts Gott" gesagt. 

Ignaz Kurzbauer wird neuer Gemeindevertreter

Ausgabe vom 04.03.1939

 

Murstetten. (Neuer Gemeindeverwalter.) An Stelle des zurückgetretenen Gemeindeverwalters Oberlehrer in Rente Hr. Julius Ortmann
wurde auf Grund der deutschen Gemeindeordnung Herr
Ign. Kurzbauer zum Gemeindeverwalter bestellt. Nach der
Machtübernahme zur Führung der Gemeindegeschäfte berufen,
war Hr. Orrtmann bestrebt, den Gemeindehaushalt
in Ordnung zu bringen und es gelang ihm auch, zur Regelung
der dringendsten Forderungen einen Staatszuschuß zu erhalten.
Uneigennützig stellte er seine ganze Kraft dem Wohle der Ge­meinde zur Verfügung. 

Maul-und Klauenseuche in Murstetten

Ausgabe vom 14.04.1939


Feier zum 50. Geburtstag des Führers

Ausgabe vom 05.05.1939

 

(Unseres Führers 5O. Geburtstag.) Der vergangene Don­nerstag war für Böheimkirchen wahrhaft ein stolzer Tag, von jedem Hause flatterten die blutroten Hakenkreuzfahnen und in jeder Auslage sah man das Bild unseres Führers mit frischem Grün und Blumen geschmückt. Der Tag wurde eingeleitet mit einem Aufmarsch der Hitler-Jugend auf dem Rathausplatz und Hissung der Fahne. Schon am zeitigen Nachmittag setzte der
Zu­strom aus den Nachbargemeinden ein. Die Ortsgruppen Kasten,
Kirchstetten, Kapelln. Michelbach, Murstetten und Stössing 
mar­schierten geschlossen mit ihren politischen Leitern, Helfern, War­ten und Frauenschaftsleiterinnen. Zur gemeinsamen Geburts­tagsfeier und Vereidigung nach Böheimkirchen. Im park war ein mächtiges Podium errichtet und die Formationen veranstal­teten ein kurzes, aber eindrucksvolles weihespiel, in dem der schwere und harte weg der NSDAP bis zum endlichen Siege geschildert wurde. Zwei mächtige Opferschalen wurden entzündet und der Rauch stieg in grauen Schwaden gegen Himmel, den Dank zu versinnbildlichen, den wir an den Allmächtigen im
Herzen tragen, der uns den Führer gegeben, der Deutschland
wieder zu einer stolzen, ehrliebenden und freien Nation ge­macht hat. Nach der Ansprache des pg. Rieder wurde die Mel­dung erstattet: 147 politische Leiter, 94 Walter und warte, 90 Blockhelfer und 158 Frauenschaftsleiterinnen waren zur Ver­eidigung angetreten. Dann ertönte durch das Radio die Stimme Dr. Leys und des Stellvertreters des Führers, der auf den feier­lichen Augenblick besonders hinwies. Mit erhobener Rechten
wurde die Eidesformel nachgesprochen, die jeden verpflichtet, für
Führer und Volk freiwillig die ihm übertragenen Pflichten zu
erfüllen. Nach dem das unsterbliche Lied Horst Wessels verklungen
war, senkten sich die Hände und nun bewegte sich der festliche
Zug mit entzündeten Fackeln durch den schön geschmückten
Markt. Es war ein überwältigender Anblick, das Lichtermeer
durch die Straßen fluten zu sehen. 

Sammlungen

Ausgabe vom 11.05.1939

Murstetten. (Sammlung für das Jugendherbergswerk.) Es
ist ein erfreuliches Zeichen, daß der weitaus größte Teil der
Volksgenossen bestes Verständnis für die Sammlungen und
das Aufbauwerk des Führers entgegenbringt und auch immer
wieder, wenn auch manchmal gutmütig brummend, aber doch
immer wieder in die Tasche greift, weil sie eben sehen, das
Geld wird für den Zweck verwendet, für den eben gesammelt
wird. Aber den wenigen, die immer Moral predigen, die christ­lichen Grundsätze verdrehen und sich denken: „Nehmen ist seliger
als geben", denen rufen wir zu: „Behaltet die Moral für euch,
wir sind fest entschlossen, das Tatchristentum zu üben und damit
den uns vom Führer vorgezeichneten Weg unbeirrt weiter zu
gehen.


Wieder regelmäßiger Busverkehr

Ausgabe vom 18.05.1939

Endlich!" - "Gott sei Dank!" "Na also!" Diese Seufzer der Erleichterung konnte man hören, wenn Leute bei der Tafel "Kraftposthaltestelle" oder bei dem Fahrplanplakat beisammen standen. Es 


war aber auch in den vergangenen Monaten oft unerträglich, wenn bei schlechtem Wetter Fahrten zu Rade oder Fußpartien unternommen werden mußten, bei denen man wie aus einem Moorbade heimkam. Wo die Schuld lag, daß man uns so lange vernachlässigt hat - wir wissen es nicht. Tatsache ist, daß unsere Bemühungen um einen Autobusverkehr sowohl von der Kreisleitung als auch vom Landrat wiederholt tatkräftig gefördert wurden, wofür wir auch unseren Dank schuldig sind. Sichtlich hat sich auch das Sprichwort : "Gut Ding will Weile haben" auch hier wieder bewahrheitet. Daß es "Weile" brauchte, haben wir leider zu oft gespürt, aber daß es schließlich doch wahrhaftig ein "gut Ding" wurde, das beweist der Fahrplan, der allen unseren Wünschen Rechnung trägt und welcher Umstand auch von allen Bevölkerungsschichten restlos anerkannt wird.


Erntekindergarten wird eröffnet

Ausgabe vom 14.07.1939

 

Murstetten.
Erntekindergarten. Am 3. Juli wurde, nachdem das
Hemmnis, welches die Masernerkrankungen verursacht
hatten, beseitigt war, unser Erntekindergarten eröffnet. 
An der Feier nahmen teil: der Kreisamtsleiter der NSV, der
Ortsgruppenleiter, die beiden Bürgermeister, die Frauen­schaftsleiterin, die Sachbearbeiterin des Hilfswerkes „Mutter und Kind" sowie die Eltern mit ihren Kindern.
Der Kreisamtsleiter entwickelte die Ziele, welche das Amt
für Volkswohlfahrt mit der Errichtung der Erntekindergärten verfolgt und schilderte, wie auch hier wieder der Hauptgrundsatz der Partei „Gemeinnutz geht vor Eigen­nutz" Verwirklichung findet. 
Die Kindergruppenführerin verschönerte mit ihrer Sängerschar die Feier. Nach der Führerehrung übernahm die Kindergärtnerin sofort die
Kleinen in ihre Obhut und wenn es auch anfangs bei manchen etwas Tränen gab. so wurde doch das gegen­seitige Vertrauen bald hergestellt und nach kurzer Zeit waren die Kleinen schon ganz „daheim". Und jetzt herrscht
in Saal, Hof und Garten ein Leben und Treiben, an dem jeder, der die Jugend liebt, seine Helle Freude haben muß.
Da spielen und tollen sie, freuen sich und lachen und
keines ahnt (und sie sollen es auch nicht wissen), was für
-Mühe, Arbeit und Sorge es allen Beteiligten gekostet hat,
das Werk wahrwerden zu lassen. Auf jeden Fall aber,
mag auch die Haltung manches Volksgenossen auch hier
wieder nicht ganz einwandfrei gewesen sein— eine
Schwalbe macht keinen Sommer— auf jeden Fall haben
Kinder und Eltern und alle verständigen eine große Freude
über das Erreichte und danken im Herzen all denen, die
zusammengeholfen haben, den Erntekindergarten zu schaf­fen. Hoffentlich gelingt es im nächsten Jahre, das Werk so
auszubauen, daß alle wünsche befriedigt werden können.
Lobend sei zum Schluß anerkannt, daß Herr Eichinger aus
Würmla gelegentlich seiner täglichen postfahrt die aus­wärtigen Kinder gratis befördert. 

Erntehilfe der Jugendgruppen

Ausgabe vom 20.07.1939

Erntehilfe unserer Jugendgruppe
In Groß-Hain sind für die laufende Woche 13 Jugendgruppenmitglieder aus dem Kreise Eisenstadt zum Erntehilfsdienst eingesetzt.

In Murstetten sind ebenfalls fünf Jugendgruppenmitglieder aus den Kreisen Eisenstadt und Amstetten untergebracht.
...
Außerdem leisten zahlreiche Frauen neben ihrer eigenen Hausarbeit fast in allen Ortsgruppen ihren Beitrag zur Entlastung der Bäuerinnen durch ihren Einsatz im Landehrendienst.

Abschied von Alois Kern

Ausgabe vom 14.12.1939