Ball des Kammeradschaftsbundes
Ausgabe vom 07.02.1925
Murstetten ( Kameradschaftsbundball. Am 15. Februar findet in Frau Anna Schmatz`s Saallokalitäten in Murstetten ein Kameradschaftsbundball statt. Beginn 07 Uhr. Entree 10.000 Kronen.
Abschied von Oberlehrer Alois Farnik
Ausgabe vom 27.08.1925
Murstetten. (Todesfall.) Am 19. August 1925 wurde
Herr Alois Farnik,
Oberlehrer i. R.,
von langem Leiden durch den Tod erlöst. Trotz des schlechten Wetters fand sich zum Leichenbegräbnis eine große Schar von
Teilnehmern ein, darunter die Gemeindevertretung, der Ortsschulrat, die Feuerwehren von Würmla, Thalheim, Murstetten und der Männergesangverein.
Den Trauergesang besorgte der Kirchenchor und der Gesangverein, beide unter der bewährten Leitung des Herrn Oberlehrers Ortmann, die Trauermusik die Kapelle Gotsbachner.
Der Verstorbene wirkte, wie Oberlehrer Ortmann in seinem Nachrufs ausführte, 47 Jahre als Lehrer, hievon
33 Jahre als Oberlehrer in Murstetten, hat aber auch sonst eine eifrige Tätigkeit zum Wohle der Gemeinde entfallet.
Er war Mitbegründer und Schriftführer der Murstettner freiw. Feuerwehr, die ihn auch zum Ehrenmitglied ernannte,
Vorsitzender des Aufsichtsrates der Raiffeisenkasse,
Schriftführer des landw. Kasinos,
Mitbegründer, langjähriger Chormeister und Vorstand des Männergesangvereines,
auch besorgte er durch viele Jahre die Geschäfte eines Sekretärs der Gemeinde.
auch besorgte er durch viele Jahre die Geschäfte eines Sekretärs der
Gemeinde.
In Anerkennung seiner Verdienste verlieh die Gemeinde Herrn Oberlehrer Farnik anläßlich seines Übertrittes in den Ruhestand das Ehrenbürgerrecht.
Zum Schlusse seiner Rede forderte Oberlehrer Ortmann die Schulkinder auf, als sinniges Zeichen der Dankbarkeit die mitgebrachten Blumen dem Dahingeschiedenen ins Grab nachzusenden und in ihrem Leben stets das
Beispiel der Pflichttreue, das der verewigte Oberlehrer ihnen gegeben, nachzuahmen. Oberlehrer Farnik hat sich, wie der Ortspfarrer nach der Einsegnung anerkennend bemerke, um das einträchtige Zusammenwirken von Schule und Kirche, als Organist und Leiter des Kirchenchores auch um das Gotteshaus verdient gemacht. Möge sein Andenken stets in Ehren sein!
Leopoldifest im Gasthaus Kern, Murstetten
Ausgabe vom 14.11.1925
Murstetten. (Leopoldifest) Am 15. d. findet in Josef Kern`s Gasthaus in Murstetten ein Leopoldifest statt. Musik der Kapelle Zwentendorf.
Silvesterfeier des Gesangvereins
Ausgabe vom 16.01.1926
Murstetten (Silvesterfeier) Die vom hiesigen Gesangverein veranstaltete Silvesterfeier bedeutete in jeder Beziehung einen vollen Erfolg, der umso höher zu bewerten ist, als der Verein erst im Mai 1925 durch Herrn
Oberlehrer Ortmann wieder ins Leben gerufen wurde. Die zahlreichen Zuhörer, die der vor kurzem vergrößerte Saal des Herrn Kerschbaum kaum zu fassen vermochte, spendeten reichen Beifall und das Lob, daß sie
überall verkündeten, hatte zur Folge, daß bei der Wiederholung der Aufführung am folgenden Sonntag die Zahl der Gäste noch größer war. Alle Anerkennung dem Verein und seinem Chormeister Oberlehrer Ortmann.
Bauernball - Gasthaus Kern
Ausgabe vom 06.02.1926
Bauernball in Josef Kern`s Gasthaus in Murstetten. Eintritt 1 G.
Beginn 7 Uhr.
Liedertafel des Männergesangvereines
Ausgabe vom 01.05.1926
(Liedertafel) Am 9. d. um 8 Uhr abends findet in August Kerschbaum`s Gasthaus eine Liedertafel des Männergesangvereines Murstetten statt. Eine Wiederholung des Programmes findet am 13. um 3 Uhr und am 16. um 8 Uhr statt.
Brand in der Scheune des Wagnermeisters Kauper
Ausgabe vom 08.01.1927
Murstetten. (Schadenfeuer) Am Silvesterabend gegen halb 6 Uhr brach aus
bisher unaufgeklärter Ursache in der Scheune des Wagnermeisters Kauper ein Brand aus, der rasch um sich griff und im Nu auch die Scheune und den Dachstuhl des Wohnhauses des Ziegeldeckermeisters Schlembacher erfaßte und vernichtete. Die rasch erschienenen Feuerwehren hatten durch den Wassermangel empfindlich zu leiden. Es kann von einem Glück
gesprochen werden, daß der Brand auf obige Objekte beschränkt blieb und nicht weitergegriffen hat. Außer diesen Objekten fielen auch einige landw. Geräte dem Elemente zum Opfer. Am Brandplatze waren folgende
Feuerwehren erschienen: die Ortsfeuerwehr Murstetten, ferner Thalheim, Würmla, städt. Feuerwehr St. Polten (Autospritze), Arbeiter Feuerwehr St. Pölten (Autospritze), Ober-Wagram (Autospritze), Mannersdorf, Perschling und Herzogenburg (Autospritze.) Die letzten Feuerwehren traten jedoch nicht mehr in Aktion. Der entstandene Schaden ist nur zu einem kleinen Teile durch Versicherung gedeckt.
Johannisfeier der FF Murstetten
25.06.1927
Ausgabe vom 28.05.1927
Murstetten. (Johannisfeier) Die freiw. Feuerwehr Murstetten veranstaltet am 25. Juni um 8 Uhr abends eine Johannisfeier mit Feuerwerk und nachfolgendem Tanzkränzchen.
Autobusverkehr in Murstetten
Ausgabe vom 15.12.1927
Murstetten. (Autoverkehr.) Seit Mitte Nov. ist nun auch Murstetten dem Weltverkehr eingegliedert.
Die Autobusunternehmung Fries-Färber (Judenau) hat
nämlich zwischen Tulln und Böheimkirchen eine Autoverbindung hergestellt, wobei u a. die Orte Langenrohr, Judenau, Michelhausen, Würmla, Murstetten, Thalheim
und Unter-Grafendorf berührt werden.
Abfahrt von Murstetten nach Böheimkirchen täglich um 5.45 Uhr früh,
11.56 Uhr mittags und 7 Uhr abends, von Böheimkirchen nach Tulln um 6 30 Uhr früh und 2.30 Uhr nachmittags, von Böheimkirchen nach Murstetten um 8 Uhr abends von Tulln nach Böheimkirchen um 10.45 Uhr vormittags
und 6 Uhr abends.
Fahrtdauer Murstetten—Tulln eine gute Stunde,
Murstetten—Böheirnkirchen eine halbe Stunde.
Schweinepest in Murstetten
Ausgabe vom 26.01.1928
Schweinepest in Altlengbach, Hadersdorf-Weidlingau, Inprugg, Murstetten, Purkersdorf, Vöfendorf.
Großfeuer in Murstetten
Ausgabe vom 11.02.1928
(Großfeuer in Murstetten.) Aus Murstetten bei Schloß Thalheim wird uns berichtet: Von einer verheerenden Brandkatastrophe wurde Donnerstag nachmittags während eines ungemein heftigen Sturmwindes die beliebte Wiener Sommerfrische Murstetten
heimgesucht. Infolge des herrschenden
Sturmes bildete das Feuer, das bei dem Wirtschaftsbesitzer Eisenschenk zum Ausbruche kam und dessen Anwesen in einem Augenblick in
Flammen stand, eine große Gefahr für die ganze Ortschaft. Das Feuer breitete sich mit solch rasender Schnelligkeit aus, daß in kürzester Zeit auch das benachbarte Gehöfte des Wirtschaftsbesitzers Pichler in Flammen stand. Beide Gehöfte wurden samt den Wirtschaftsgebäuden und Stallungen bis auf das Mauerwerk vollständig eingeäschert. Durch Flugfeuer wurde auch das schräg gegenüber liegende Anwesen des Wirtschaftsbesitzers Kos in Brand gesteckt, doch gelang es dem tatkräftigen Eingreifen der Thalheimer Feuerwehr, ein vollständiges Niederbrennen des Hauses zu verhindern. Der Brandschaden ist sehr bedeutend
Autobusverbindung nach Neulengbach geplant
Ausgabe vom 10.03.1928
Murstetten. (Autoverbindung) Nunmehr sollen wir auch mit Neulengbach eine täglich viermalige Autoverbindung bekommen. Der neue Autobus soll von Thalheim über Murstetten und Würmla nach Neulengbach fahren. Am letzten Samstag war bereits die kommisionelle Probefahrt. Konzessionärin ist die Martkgemeinde Neulengbach. Hoffentlich wird der Verkehr bald eröffnet.
Abschied von Othmar Ortmann
Ausgabe vom 16.06.1928
Murstetten. (Todesfall) Donnerstag, den 14. d M. um 1/4 1 Uhr früh starb hier nach langem schweren Leiden der 20-jährige Maschinenbauschüler Othmar Ortmann, Sohn unseres geschätzten Herrn Oberlehrers Julius Ortmann. Das Leichenbegräbnis findet heute um 2 Uhr vom Schulhause aus statt.- Die Erde sei ihm leicht!
Fahnenweihe des
Kameradschaftsvereines Murstetten-Thalheim
19.08.1928
Ausgabe vom 30.08.1928
Murstetten. (Fahnenweihe.) Sonntag den 19. August feierte der im Jahre 1923 gegründete Kameradschaftsverein Murstetten-Thalheim das Fest der Fahnenweihe. Um 5 Uhr früh war Weckruf, um 9 Uhr Feldmesse des Ortspfarrers. Nachmittags nahm der hochwst. Herr Propst und Prälat Ubald Steiner von Herzogenburg, der selbst einst als Feldkurat im Kriege gedient
hatte, die Fahnenweihe vor, wobei er eine die Bedeutung der Fahne kennzeichnende glänzende Rede hielt. H. Minister a. D. K. Buchinger sprach gleichfalls in beredten Worten über die Bedeutung der Festseier. Herr Lan-
deshauptmann-Stellv. Reither ließ sich' entschuldigen.
Als Fahnenmutter nahm Frau Josefa Heidecker aus Winkling, als Fahnenpatin Frau Anna Puxbaum aus Gunnersdorf an der Festfeier teil. Zur Feier fand sich auch eine Reihe fremder Kameradschaftsvereine ein, einige hatten sich angemeldet, waren aber nicht gekommen.
Bemerkt sei noch, daß auch die Gemeindevertretungen Murstetten und Thalheim sowie beide Feuerwehren am Feste teilnahmen. Daß die weißen Mädchen und die
Jungfrauen, darunter die Kongregation, nicht fehlten,
daß es auch Festgedichte gab und daß die Musikkapelle Würmla-Zwentendorf durch ihr unermüdliches Spiel viel zur Hebung der frohen Stimmung beitrugen. Auch die Sonne machte beim Anblick des festlich beflaggten Ortes und des festlichen Treibens den ganzen Tag ein
freundliches Gesicht. Nach der Fahnenweihe dankte Herr Franz Heidecker von Winkling als Obmann des Vereines allen, die irgendwie zum Gelingen der Feier beizutragen hatten, besonders auch Herrn Burger für die
Überlassung des Gartens zur Feldmesse und Fahnenweihe. Nach der kirchlichen Feier begab sich der Festzug noch zum Kriegerdenkmal, wo der Verein schon vormittags der gefallenen Krieger gedacht hatte. Ein
Gartenkonzert im herrschaftlichen Gasthause zu Thalheim und ein Tanzkränzchen beschlossen die Festfeier, deren gelungener Verlauf dem Verein zur vollen Befriedigung gereichen darf.
Abschied von Maria Hajek
Ausgabe vom 26.01.1929
Murstetten. (Todesfall) Am 18. d. starb hier nach langem, schwerem Leiden die Kaufmannswitwe Frau Marie Hajek im 78. Lebensjahre. Die Erde sei ihr leicht!
3 Gasthäuser in Murstetten
Gasthaus Kerschbaum, Gasthaus Fischlmayer - Strubecker und Gasthaus Schmatz
Ausgabe vom 19.09.1929
Der bisherige Pächter der herrschaftlichen Taverne, August Kerschbaum, hat diese käuflich erworben.
Kürzlich gand die festl. Betriebseröffnung des Gasthauses Fischlmayer statt, das jetzt von H. R. Strubecker geführt wird.
Da außerdem noch das Gasthaus Schmatz besteht, so ist für die Durstigen und Hungrigen bei uns reichlich vorgesorgt.
Franz Bittner übergibt Geschäft an Josef Wilthum
20.01.1930
Ausgabe vom 16.01.1930
Ich beehre mich höflichst bekannt zu geben, daß ich mein, seit mehr als 39 Jahren in Murstetten betriebenes Gemischtwaren-Geschäft mit 20. Jänner 1930 an Herrn Josef Wilthum, Kaufmann aus Ober-Wölbling, verpachtet habe.
Herbstübung des Bundesheeres
Ausgabe vom 24.08.1930
Nach den bisher herausgegebenen Plänen wird die Hauptmacht der ersten Brigade von Generalmajor Redl in die Gegend zwischen
Pfaffstätten, Neulengbach und Purkersdorf geführt.
Die 2. Brigade von Generalmajor Wiesinger zwischen
Wölkersdorf, Poysdorf, Ernstbrunn und Gänserndorf;
die 3. Brigade von Generalmajor Jansa nördlich der Donau und
westlich von Korneuburg und Hollabrunn;
die 4. Brigade von Generalmajor Englisch-Poppariche mit dem Heeresschulbataillon zwischen
Krems, Traismauer und Murstetten;
das Grosber 6. Brigade mit Generalmajor Thym zwischen
Loosdorf, Mank, Kirchberg und St. Pölten.
Alle diese Hebungen finden in der Zeit vom 22. bis 30. d. statt. Im Raume der 2. Brigade werden gleichzeitig auch die Feldjäger zu Rad und die motorisierten Truppen unter Oberst Beyer üben.
Oberösterr. Truppen bezogen ihr Quartier in Murstetten
Ausgabe vom 27.08.1930
Die heimischen Truppen bei den Herbst-Übungen des Bundesheeres.
Die Truppen der 4. Brigade (Oberösterreich) bezogen gestern Quartiere in Krems, Stein und Mautern, am 27. d. M. nächtigen sie in FuchL, Krennstetten, Inzersdorf und Walpersdorf, am 28. d. M. in Traismauer,
St. Andrä und Herzogenburg, am 29. d. M. in Sitzenberg, Weißenkirchen und Kapellen,
am 30. und 31. d. M. in Murstetten, Egelsee und Würmla. Es werden an den genannten Tagen sowohl Marsch-, als Gefechtsübungen abgehalten.
Am 1. September leiten Brigadier GM. Englisch-Popparich und der Stabschef der 4. Brigade Oberst Tobarek eine Übung der Brigaden 1, 4 und 6 im Raume östlich vom Haspelwald, Böheimkirchen durch Neulengbach. Vizekanzler und Heeresminister Vaugoin wird an diesem
Tage um 3 Uhr nachmittags in Murstetten die Truppen der 4. Brigade be
sichtigen. Dann erfolgen die Nächtigungen
und die Aufmärsche zu den am 3. und 4. September im nordöstlichen Wienerwald nördlich der Westbahnstrecke bis an die Perschling stattfindenden großen Schlußübungen nach den Weisungen des Heeresinspektors.Nach Beendigung dieser Schlußübungen
kommen alle Truppen teils in Fußmärschen, teils mittelst Bahn oder Kraftwagen nach Wien. Dort werden einqurtiert: in der
Rennweger Kaserne der Stab der 4. Brigade,
das Alpenjägerregiment Nr. 7, eine Kompagnie des Pionierbataillons Nr. 4 und das Heeresschulbataillon aus Enns; in der Franz Ferdinand-Kaserne im 10. Bezirk das Alpenjägerregiment Nr. 8, in der Meidlinger
Kaserne die Artillerie der 4. Brigade und die Dragonerschwadron aus Enns, in der Radetzky-Kaserne auf der Schmelz das Alpenjägerbataillon Nr. 3 aus Salzburg, in der Breitenseer Kaserne die Salzburger Dragonerschwadron und die Artillerie der 6. Brigade. Am 5. September abends wird zu
Ehren der Truppen aus den Bundesländern beim Weigl in Meidling ein großer Kamerad-
schaftsabend stattfinden. Es besteht die Absicht, die Wiener landmannschaftlichen Vereine für die Begrüßung der Truppen aus den
Bundesländern zu interessieren. Am 6. September ist bekanntlich Feldmesse auf dem Heldenplatz und Parade auf der Ringstraße. Dann soll den Truppen aus den Bundesländern Gelegenheit geboten werden, Wien zu besichtigen. Am 8. September kehren die Truppen per Bahn in ihre
ständigen Garnisonsorte zurück.
Abschlußfeier der Heeresmanöver
Ausgabe vom 18.09.1930
Murstetten (Heeresmanöver) Anläßlich der großen Heeresübungen herrschte auch in Murstetten und Umgebung reges Leben und Treiben. Da gab es Einquartierungen, Militärmusik und dann wieder Kämpfe, die zum Glück unblutig ausgetragen wurden. Sonntag den 31. August war Feldmesse in Thalheim. Am 1. September ersehten auch Heeresminister Vaugoin mit Gemahlin, freudig begrüßt von den Gemeindevertretungen, den Vereinen und einer großen Volksmenge, die sich aus nah und fern eingefunden hatte. Besonders bemerkt wurde dabei ein von Oberlehrer Ortmann verfaßtes Begrüßungsgedicht, das on der Schülerin Reserl Burger vorgetragen wurde. nach der Defilierung der Truppen begab sich der Herresmi-
minister zum Kriegerdenkmal, wo er einen Kranz niederlegte und der Helden des Krieges ehrend gedachte. Die Militärmusik spielte das Lied "Ich hatte einen Kameraden und Herr Prälat Ubald Stiner aus Herzogenburg, der in Begleitung des Herrn Propstes Stidl aus Eisgarn erschienen war, betete das "Libera". zum Schlusse nahmen der Herr Minister mit Gemahlin, die Offiziere und die erschienenen Honoratioren im Garten des herrschaftlichen Maierhofes einen Imbiß, wo der Minister das freundliche Entgegenkommen der Bevölkerung von Murstetten und Umgebung den Soldaten gegenüber besonders hervorhob. Hochbefriedigt verließ der Minister sodann den festlich beflaggten Ort.
Jugendsonntag u. Volksbundversammlung
Ausgabe vom 25.12.1930
Murstetten. (Jugendsonntag und Volksbundversammlung.) Spät, aber doch, feierten wir am 14. September unseren „Jugendsonntag". Gleichzeitig beging die Jungfrauenkongregation das Fest ihres zehnjährigen
Bestandes. In einer eindrucksvollen Predigt legte Hochw. Herr Alumnatsdirektor geistl. Rat A. Weikersdorfer die Bedeutung der beiden Feiern dar und ermunterte unsere jungen Leute zu getreuer Erfüllung ihrer Standespflichten. Ungefähr hundert Jugendliche empfingen die hl.
Kommunion.— In der nachmittägigen Jahresversammlung des kathol. Volksbundes sprach Herr Ed. Gutmann vor einer ungewöhnlich
zahlreichen Zuhörerschaft in beifälligst aufgenommener Rede über die Aufgaben der Katholiken in der heutigen Zeit. Wie im Leben des
einzelnen, müssen auch im Familienleben und im öffentlichen Leben die Grundsätze der christl. Religion anerkannt und wieder mehr zur Geltung kommen, wenn die Zukunft besser werden soll als die Gegenwart ist. Gegenüber den Bestrebungen der Gegner müssen auch wir
Katholiken zu Opfern bereit sein, um namentlich die
gefährdete Kinderwelt und die Jugend zu retten. Auch der christlichen Presse muß das katholische Volk seine opferwillige Aufmerksamkeit zuwenden. Der Ortspfarrer konnte in seinem Schlußworte feststellen, daß in der Pfarre zahlreiche gute Blätter verbreitet sind, mußte aber auch warnen vor gewissen gegnerischen
Zeitungen, denen man hier Eingang verschaffen will.
Den Katholiken wird besonders die St. Pöltner Zeitung und das Tagblatt „Das kleine Volksblatt" empfohlen.