Links, das Haus der Familie Andert
Josef Andert und Theresia
(geb. Dürauer)
Kinder:
Franz Andert geb. 1896 - 1935, verunglückt
Theresia Andert geb. 1897
Stefan Andert geb. 1902-1988, Obere HS - Kauper
Josef Andert geb. 1906-
1935, Sohn Franz Andert verunglückt
Ausgabe vom 06.06.1935
(Schrecklicher Unglücksfall.) Als am Mittwoch den 29. v. M. um etwa 15 Uhr der Wirtschaftsbesitzerssohn Franz Andert in der elterlichen Scheune
zu tun hatte, stürzte er vom Scheunenboden ab und blieb leblos liegen. Bruch des Rückgrates und der Schädelbasis hatte den 38jährigen, jungen Mann getötet. Der schwergeprüften Familie bringt man allseits größte Teilnahme entgegen.
1940 Abschied vom Vater, Josef Andert
Ausgabe vom 24.10.1940
Todesfall, wieder schloß ein arbeitsreiches Leben; Josef Andert`s deutsche Bauernfäuste ruhen nun aus, nachdem sie treu durch lange Jahre dem Volke gedient hatten. Nur drei Tage nahm sich der 75jährige Zeit zum Kranksein, dann schloß er seine Augen. Die zahlreiche Beteiligung am Leichenbegängnisse brachte die Wertschätzung zum Ausdruck, der sich der dahin geschiedene, ruhige Mann immer erfreut hatte.
Von Links: Theresa und Stefan Andert, Resitante (Schwester von Stefan Andert) und vorne Großmutter mit der kleinen Stefanie (später Kauper)
Resitante wohne Zeit ihres Lebens in Murstetten bei ihrem Bruder.
Von links: Theresa und Stefanie mit Hund Nero
Erzählung von Theresa Haslinger (geb. Andert) über die Erlebnisse im 2. Weltkrieg:
Der Krieg war noch nicht zu Ende, die Russen, so sagte man, waren noch 10 km von Wien entfernt. Unser Papa meinte, es wäre gut, von hier nach Westen zu Verwandten zu ziehen, bis die Front vorübergezogen sei, denn von den russischen Soldaten hörten sie ganz schlimme Dinge. Mit dem Ochsenfuhrwerk entschloss man sich zur Flucht, das war meine Familie mit Resitante, Opa, Oma und die Schwester von Mama Pepi, mit ihrer Tochter Traude.
In Herzogenburg kamen sie in einen, Tieffliegerangriff.
Godl wurde schwer verwundet, sie kam nach Melk ins Lazarett und Traude blieb bei ihrer Mama.
Es war eine sehr schwere Zeit, auf den Straßen waren tote Menschen und Tiere.
In dieser Zeit gab es auch einen Bombenangriff auf Mautern bei Krems, wo meine Tante Johanna und ihre zwei Kinder ums Leben kamen.
Nach drei Wochen in Kicking, einem kleinen Ort mitten im Dunkelsteinerwald, einem einzelnen Gehöft, rundum nur Bäume und Wald. Die Cousine meines Vaters hatte sie alle aufgenommen. Mein Vater fuhr mit dem Rad am selben Tag wieder nach Hause, es musste das Vieh gefüttert und die Kühe gemolken werden. Die Schweine und Hühner brauchten was zum Fressen, der Hund war auch zu Hause in Murstetten geblieben.
Es gab das zwei alleinstehende Lehrerinnen für die mein Vater auch sorgte. Er gab ihnen auch Milch und Eier, sowie eine Zufluchtsstätte vor den russischen Soldaten. Das alles hatte Papa für die Familie schon lange Zeit vorher ausgemacht, und die beiden Lehrerinnen hatte er auch dort untergebracht. Die Front zog nach ein paar Tagen durch den Ort. Die Russen machten was sie wollten, sogar ein Zielschießen auf die Hühner.
Der Koch war abends schon immer besoffen.
Die beiden Lehrerinnen blieben im Ort geschützt im Versteck, welches Papa für seine Familie schon lange vorbereitet hatte. Der Kerl wollte sie haben, aber sie waren nicht mehr da wenn er sie sichte. Der mongolisch-russische Koch wusste, das Papa den beiden Frauen half zu verschwinden und nach einem Saufgelage suchte er die beiden Frauen wieder. Die Lehrerinnen Maria Hajek und Frau Kaltenbrunner waren Schwestern und hielten den Schulbetrieb in dieser Zeit aufrecht. Das Verschwinden der beiden Frauen muss der Koch bemerkt haben. Papa meinte zu den Frauen "Nur fort von hier, die haben heute schon wieder gesoffen."
Der Koch meinte, Papa habe den beiden Frauen geholfen zu verschwinden, nun musste auch Papa flüchten, durch den Stall, über den Misthaufen in den Garten. Zweimal hatte der Russe meinem Vater nachgeschossen, aber Gott sei Dank nicht getroffen. Am nächsten Tag kam ein neuer Trupp von Soldaten mit einem Offizier, der sich auch in unserem Haus einquartierte. Er sprach auch deutsch, das war dann die Kommandantur für 14 Tage.
Mit der Nachhut kamen auch Flüchtlinge aus Siebenbürgen. Der Offizier freundete sich mit Malinka, so hieß das Mädchen, an. Dem russischen Koch hätte sie auch gut gefallen, aber man soll einem Offizier nicht ins Gehege kommen, somit war das hübsche Mädchen für den Koch tabu.
Als die Russen weiterzogen, heftete der Kommandant einen Zettel in russischer Sprache an unser Tor auf dem standen nur vier Worte. Ab diesem Zeitpunkt wurde Papa nicht mehr belästigt, dank dem Offizier.
Die Familie wurde wieder nach Hause gebracht, mit dem Ochsenfuhrwerk waren die 33km aber eine Tagesreise. Papa erzählte uns: "Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie die beiden Ochsen ohne rast bis nach Murstetten marschierten." Wie wenn sie geahnt hätten, es müsse jetzt nach Hause gehen."
Am nächsten Tag waren russische Soldaten auch schon in Kicking. Die Front verlief durch den Dunkelsteinerwald. Der Bauernhof von den Zimmermanns, wo meine Mama samt Familie Zuflucht gefunden hatten. Das Versteck für die vier Töchter von Pepi-Tante, wurde nach ein paar Tagen von den Russen gefunden. Die Mädchen wurden Opfer der russischen Soldaten, einer brutalen Vergewaltigung.
1947, Abschied von Mutter, Theresia Andert
Mit dem Ochsengespann bei der Kartoffelernte. Auch die
Weinlese war schon voll im Gange.
Links Stefanie, rechts Theresa
Theresa und Stefan Andert
Kinder:
1959
Von links:
Theresa Haslinger (geb. Andert)
Stefanie Kauper (geb. Andert)
Im Hause Andert war immer etwas los. Abends spielten die Jungen mit dem Vater Karten, oder Anton Kos (am Bild rechts), machte mit seiner Ziehharmonika Musik, auch bei der Eichinger Oma.
Vor dem Haus stand ein Bankerl mit einem Tisch, da trafen sie die Jungen und Junggebliebenen am Abend. Manchmal spielte auch Luise (am Bild links) mit ihrer Harmonika. Sie hatte eine wunderbare Stimme und war unsere Organistin und auch Kirchenchor-Leiterin.
Luise war die Freundin von Sepp Jelinek, Jagdpächter der Genossenschaft-Jagd Murstetten.
Stefan Andert war der Jagdausschuss-Obmann und daher waren die Jäger ob im Hause Andert.
1963
1967 Hochzeit Josef und Stefanie Kauper
(geb. Andert)
Stefanie mit Resitante
Maskenball - "Eine Nacht im Orient"
Von links: Frieda Halbwidl?, Stefanie und Theresa
1963 Hochzeit Theresa und
Im Hintergrund das Andert-Haus
Theresa mit den Eltern
Von links: Anton Kahri, Murstetten, ? Haslinger, ? Haslinger (geb. Andert), Theresia Andert mit ? am Schoß, Stefan Andert, Hr. Pasteiner, Valerie Pasteiner und Aloisia Pötschner (geb. Bichler)
Von Links: Fr. Theresia Morgeditsch, Stefan und Theresa Andert
2022