Beisetzung von Michale Robert Graf von Althann

Ausgabe vom 01.03.1919 

Geheimer Rat Graf von Althann. Die Leiche des am 25.,
im 66. Lebensjahre verblichenen Geheimen Rates, Herrenhaus-
und Magnatenhausmitgliedes und preußischen Herrenhausmitgliedes Michael Robert Grafen von Althann Freiherrn auf der Goldburg zu Murstetten wird am 3. März um 11 Uhr vormittags zu St. Stefan eingesegnet und nach Murstetten in Niederösterreich überführt, wo am 4. März um halb 8 Uhr
nachmittags die Beisetzung in der Familiengruft erfolgt.

Ortsgruppengründung

Ausgabe vom 05.06.1919



(Ortsgruppengründung.) Zur För­derung der wirtschaftlichen Interessen wurde hier für die Gemeinden Würmla und Murstetten eine Orts­gruppe des Vereines der Festbesoldeten im Bezirk Tulln gegründet und Oberlehrer Fritz zum Obmann, Lehrer Ortmann in Murstetten zu dessen Stellvertreter,
Lehrerin Igler zur Schriftführerin und Pfarrer Purk­hauser zum Kassier gewählt. Der Verein beschäftigt sich nur mit Wirtschaftsfragen und ist in demselben jede Parteipolitik grundsätzlich ausgeschlossen.

Neue VS Lehrerin - Maria Hajek

Ausgabe vom 29.06.1919

Hajek Marie zur definitiven Volksschullehrerin 1. Klasse in Murstetten

Genossenschaftsjagdversteigerung

Ausgabe vom 06.09.1919

Genossenschaftsjagdversteigerung. Am Sonntag, den 7. September
1919, halb 4 Uhr nachmittags, findet in Murstetten, Gemeindekanzlei, Haus Nr. 67 die Verpachtung der Genossenschaftsjagd Murstetten im Außmaße von 988 ha 85 a 44 m2 für die Dauer vom 1. Juli 1919 bis 30. Juni 1924 im Wege der öffentlichen Versteigerung statt. Ausrufungspreis 2500 K,
Vadium 2500 K.

Fernsprechstelle in Murstetten geplant

Ausgabe vom 04.03.1920

 

(Ein Fortschritt.) In nächster Zeit wird auch
Murstetten eine Fernsprechstelle erhallen und damit dem
Weltverkehr wieder um einen bedeutenden Schritt näher
kommen. 

Rückkehr der Kinder vom Landaufenthalt

Ausgabe vom 02.09.1920

Caritas-Verband St. Pölten
Rückkehr der Kinder vom Landaufenthalt.
Die Rückreise der Kinder vom Lande ist in folgender Weise in Aussicht genommen:
12. September (Sonntag) aus den Pfarren Böheimkirchen und Murstetten.
Etwa durch Beschränkung des Zugsverkehres oder sonstwie notwendige Änderungen werden in der nächsten Nummer der Zeitung mitgeteilt.

Abschiedsfeier - Oberlehrer Farnik

Ausgabe vom 16.10.1920

(Abschiedsfeier.) Nach 47- jähriger Dienstzeit und 33jährigem Wirken
in Murstetten trat Herr Oberlehrer Farnik mit 30. v. M. in den wohlverdienten Ruhe­-

stand. Aus diesem Anlasse versammelten sich der Lehrkörper mit den Schülern, die Ge­meindevertretung und der Ortsschulrat nach der letzten Schulstunde, die der von seinem Dienste Scheidende hielt, in seinem Klassenzimmer, um ihm für sein verdienstvolles Wirken den schuldigen Dank abzustatten.
Lehrer Ortmann, der nunmehrige provisorische Schulleiter, sprach im Namen der Schüler und des Lehrkörpers, Bürgermeister Bittner namens der Gemeinde, Pfarrer Neulinger namens des Ortsschulrates. Einige Schüler
überreichten Blumensträuße. Oberlehrer Farnik dankte gerührt und betonte, daß ihm das Scheiden von der Lehrtätigkeit außerordent­lich schwer falle. Möge ihm, das ist der Wunsch aller, ein recht glücklicher Lebens­abend beschieden sein!

Marianische Kongregation

Ausgabe vom 11.11.1920

Erste Reihe in der Mitte: Pfarrer Neulinger und Maria Hajek

Murstetten. (Marianische Kongregation.) Sonntag den 31. v. M. fand die Gründungsfeier der marianischen Jungfrauenkongregation statt. Die
Jungfrauen, 32 an der Zahl, begaben sich im festlichen Zuge, geleitet von mehreren Priestern und den Ver­jüngen der benachbarten Kongregationen Böheimkirchen, Neulengbach, Jeutendorf und Totzenbach zur Kirche. Nach der begeisternden Festpredigt des Herrn Pfarrers Rebersky von Böheimkirchen nahm Ortspfarrer Neulinger in feierlicher Weise die neuen
Sodalinnen in die Kongregation auf. Mit dem heiligen Segen schloß die kirchliche Feier. In der darauffolgenden Festversammlung im Gasthause Kerschbaum sprach Herr Pfarrer Liebl von Neulengbach in herzlichen Worten über die Pflichten der Sodalinnen, Jungfrauen trugen ernste und heitere Gedichte vor und brachten zum Schluffe das launige Stück
 „Die Millibäurin an der Himmelspforte" in vorzüglicher Weise zur Aufführung. Zahlreiche Neugierige, die im Saale keinen Platz mehr
fanden, mußten auf die Wiederholung der Aufführung am nächsten Sonntag vertröstet werden.

Christbaumfeier für Hilfsbedürftige

Ausgabe vom 08.01.1921

(Christbaumfeier.) Am 25. Dezember fand in Herrn Schmatz' Gasthaus
durch Zusammenwirken des christlichen Landarbeiterbundes und der Mädchenkongregation und durch den mildtätigen freudigen Opfer­sinn der Bewohnerschaft der Pfarrgemeinde Murstetten eine erhebende Christbaumfeier statt. Hochw. Herr Pfarrer eröffnete die zahl­reich besuchte Feier und würdigte Nächsten­liebe und Opfersinn seiner Pfarrkinder, wo­
rauf Schülerin Kurzbauer das Weihnachts­gedicht vortrug und von den Schulkindern die vom Herrn Lehrer geschulten Weihnachts­lieder rührend gesungen wurden. Hierauf richtete Gauverbandsobmann Franz Schangl
aus Böheimkirchen an seine Landarbeitermitglieder eine zu Herzen gehende Ansprache.
Es wurden 60 Schulkinder und 21 Pfarrarme reichlich beschenkt. Herr Bürgermeister Bittner sprach im Namen der Gemeinde den Dank für Spenden und Opfersinn aus. Besten Dank Herrn Obmann Schemper und Kollegen Müller.— Möge es gelingen, auch im Neu-

lengbacher Bezirke die Gründung von Ortspruppen des Bundes christlicher Land- und Forstarbeiter und Dienstboten durchzuführen.

Feuerwehr - Neuwahl

Ausgabe vom 20.01.1921

(Feuerwehr.) Bei der Neu­wahl des Vorstandes der hiesigen freiw. Feuerwehr
wurde Herr Anton Mengl als Hauptmann, Herr Anton Fischelmayer als Hauptmannstellvertreter, Herr Anton Kos als Zugsführer, Herr Karl Dorner als Spritzen­meister gewählt. 
Der bisherige verdienstvolle Hauptmann Herr Josef Hufnagl wurde zum Ehrenhauptmann ernannt. 
Die Herren: Franz Bittner, Anton Bacher, Alois Farnik, Johann Fellner, Josef Hugnagl, Josef Schwarz, Leopold Steinmetzger, die dem Verein
zum Teil seit seiner Gründung angehörten, schieden aus um jüngeren Kräften Platz zu mache.
Für ihre segensreiche Tätigkeit sei ihnen namens der ganzen Gemeinde wärmstens gedankt.

Goldene Hochzeit - Blutzky

Ausgabe vom 17.02.1921

Goldene Hochzeit in Murstetten
In Murstetten bei Neulengbach feierten vor kurzem der Maurermeister 
Karl Blutzky mit seiner Gattin Annemarie im Kreise ihrer Kinder, Enkel und Urenkel das Fest der goldenen Hochzeit. Dem beliebten Jubelpaare wurde von seiten der Bewohner von Murstetten und Umgebung mannigfache Ehrungen zuteil.
Die Aufnahme wurde uns von Herrn Hans Ungar in Neulengbach freundlich übermittelt.

Elektrische Beleuchtung in Murstetten

seit 05.12.1921

Ausgabe vom 15.12.1921

Seit Montag den 05. des Monats erfreut sich nun auch Murstetten der elektrischen Beleuchtung. Dank der Opferwilligkeit seiner Bewohner sowie der unermüdlichen Tätigkeit seines Bürgermeisters Franz Bittner.

Nachruf Johann FRANZ

Ausgabe vom 25.05.1922

Pension Elisenbad

Murstetten (Nachruf) In Bad Reichenhall starb ein Sohn unseres Ortes, dem der "Reichenhaller Grenzbote" folgenden Nachruf widmet: "Am 16. d. M. Haben wir den Besitzer der Pension Elisenbad, Johann FRANZ, der am 13. Mai einem langwierigen Leiden im 46. Lebensjahre erlegen ist, zur letzten Ruhe gebettet.

So zeigt die Stunde doch, daß er Freunde und Verehrer in großer Zahl besaß, die ihm gern die letzte Ehre erwiesen. Galt es doch, in FRANZ einen Mann zu ehren, der es durch eigener Hände Fleiß zu ansehnlichem Besitz gebracht und der Tag und Nacht sich mühte, in schwerster Zeit sein Lebenswerk zu erhalten. Es ist ihm gelungen, aber sein Körper zerbrach unter der Last. Er ist zu Murstetten bei St. Pölten geboren, erlernte in Wien das Gastgewerbe, erwarb sich mit seinen Ersparnissen 1913 das Elisenbad und brachte das Haus, das er insbesondere in diesem Jahr so schon ausstattete, zu Ansehen und Blüte durch persönlichen Fleiß und Redlichkeit. Und solche Menschen wollen wir auch im Tode noch ehren und sie im Andenken behalten!

Neuwahlen nach Trennung von Thalheim

Ausgabe vom 01.06.1922

Murstetten. (Gemeindewahlen) Da sich die Katastralgemeinde Thalheim von der Gemeinde Murstetten lostrennte und nunmehr eine selbständige
Ortsgemeinde bildet, so wurde für beide Gemeinden eine Neuwahl der Vertretung notwendig. Diese Wahl wurde am 14. v. M. vorgenommen und hatte folgendes Ergebnis: In Murstetten wurden von der 
christlichsozialen Bürgerpartei gewählt: F. Bittner, J. Gräll, F. Heidecker, 
A. Fischelmayer, J. Hönigsberger, F. Breitner jun., H. Burger, A. Mengl,
F. Strohmayer, M. Kern;
von den christlichen Arbeitern. Kleinbauern und Gewerbetreibenden: J. Erber und J. Kauper jun.

Murstetten (Bürgermeisterwahl)
Zum Bürgermeister der Gemeinde Murstetten wurde der
bisherige bestverdiente Bürgermeister Herr Franz Bittner, Kaufmann in Murstetten, zum Vizebürgermeister Herr Anton Fischelmayer, Gastwirt in
Murstetten; zum Bürgermeister der neuen Ge­meinde Thalheim Herr Franz Rafeiner, Wirtschastsbesitzer in Thalheim, gewählt.

Kriegerdenkmal - Weihe

01.Juli 1923

Ausgabe vom 12.07.1923

 

Murstetten. (Kriegerdenkmalweihe) Dank der
Opferwilligkeit der Pfarrgemeinde und der Rührigkeit  des
Kriegerdenkmal-Ausschusses mit seinem Obmanne Herrn
Mengl an der Spitze ist es nunmehr auch hier gelungen, den
gefallenen Kriegern ein schönes und würdiges Denkmal zu
errichten. Sonntag den 1, d. M. war der Tag der Enthüllung
und kirchlichen Einweihung des Denkmales. Schon am frühen
Morgen verkündeten die Klänge der Kriegervereinskapelle 
Atzenbrugg sowie das Dröhnen der Pöller, daß ein großer
Tag für Murstetten gekommen sei. Der Ort war festlich beflaggt
und geschmückt. Um 3 Uhr hielt ein Pater aus St. Gabriel
bei Mödling, der als Reichsdeutscher vor seiner Priesterweihe
den ganzen Krieg an der deutschen Front in Frankreich
zuerst als einfacher Soldat, sodann als Kommandant eine
Maschinengewehr-Abteilung mitgemacht hat und für seine
Tapferkeit mit dem eisernen Kreuze ausgezeichnet wurde, eine
Feldmesse mit Predigt, in der er zeigte, was die gefallenen
Krieger uns lehren über das Diesseits und Jenseits. Besonders,
empfahl er, die Soldatentugenden, die sich im Kriege so
bewährt haben, den Geist der Kameradschaft und den Gehorsam
auch jetzt im Frieden zu üben. Mit dem Hinweise auf die
 





trostvolle christliche Lehre von der Unsterblichkeit der Seele und
ja einigen Auferstehungen schloß der Prediger seine Worte, die
von tiefer Wirkung waren. 

Während der Messe spielte die Kapelle ein Meßlied, nachher das „Gebet während der Schlacht".
Nachmittags hielt Hochw. Herr Dechant Edinger nach dem heiligen
Segen das Libera für die Gefallenen. Beim Kriegerdenkmale
begrüßte zunächst Herr Mengl namens des Denkmalausschusses
die Geistlichkeit, die erschienenen Körperschaften und Vereine 
sowie die übrigen Festgäste, die sich in ganz außergewöhnlich
großer Anzahl aus nah und fern eingefunden hatten. Wie bei
der Feldmesse beteiligten sich unsere Heimkehrer und die
Angehörigen der Gefallenen auch an der nachmittägigen Feier.

Nachdem die Musikkapelle das Lied "Vater, ich rufe dich" gespielt hatte, fiel auf das Geheiß des Obmannes des Denkmalkomitees die schwarze Hülle des Denkmales, worauf ein Männerquartett unter Leitung des Herrn Oberlehrers Ortmann einen Chor wirkungsvoll vortrug. Herr Dechant


 

Edinger nahm sodann die kirchliche Einweihung des Krieger­denkmales
vor und hielt hieraus mit mächtiger Stimme, die
auch dem Ohr der Fernststehenden deutlich vernehmbar war,
unter gespannter Aufmerksamkeit der Versammelten die Festrede.

Er wies hin auf die wehmütige Stimmung, die über dem Feste
liege und keine ungetrübte Festfreude aufkommen lasse. In
geistreicher Weise knüpfte er seine Ausführungen an an des
Dichterwort vom dreifachen Schritt der Zeit. „Ewig still steht
die Vergangenheit." Immer soll aber auch bleiben unsere
Erinnerung an die Heldentaten der Vergangenheit, der Anblick
des Kriegerdenkmales mit den Namen der Gefallenen soll diese
Erinnerung immer wieder in uns wachrufen. 

Nach einem stillen Gebete für die verstorbenen Krieger trugen Frl. M. Gruber,
Fräulein Lehrerin M. Hajek und die Schülerin H. Kurzbauer
passende Festgedichte vor.  Nun folgte wieder ein Männerchor,
worauf die Heimkehrer, die Gemeindevertretung, die marianische

 

Jungfrauenkongregation sowie die Angehörigen der gefallenen
Krieger Kränze und Blumensträuße am Denkmal niederlegten.

Sodann hielten Herr Hödl namens der Heimkehrer, Herr Nikl
namens des Kameradschaftsbundes Atzenbrugg, der eine stattliche
Vertretung gesandt hatte, Ansprachen, in denen sie rühmend
unserer toten Helden gedachten. Schließlich dankten Herr Mengl
als Obmann des Denkmalausschusses und Herr Bürgermeister
Bittner allen Festteilnehmern sowie allen denen, die sich um die
Feier irgendwie besonders verdient gemacht haben. Ergänzend
sei noch bemerkt, daß außer den Feuerwehren von Thalheim
und Murstetten auch die der Nachbarschalt zahlreich vertreten
waren; auch der Burschenverein von Würmla nahm mit der
Fahne an der Feier teil. Dankbar sei zum Schluße gedacht
allen Spendern, die durch ihre Gaben die Anschaffung des
Denkmales ermöglichten, ferner der Fuhrwerksbesitzer, die die
Schotterfuhren zum Unterbau des Denkmales und für den
Kirchenplatz umsonst besorgten, sowie der Arbeiter, die die

Vorarbeiten kostenlos leisteten, endlich auch der marianischen
Jungfrauenkongregation, die sich bei den Dekorationsarbeiten
und beim Verkaufe der Festabzeichen hervorgetan hat. Den
Abschluß der so herrlich verlaufenen und vom prächtigsten
Wetter begünstigten Festfeier bildete ein Gartenkonzert und ein
Feuerwerk, das abends abgebrannt wurde. Das Fest ist vorüber,
aber das Denkmal wird noch unseren fernen Nachkommen
künden, daß wir unsere toten Helden zu ehren wußten.

Murstetten wird dem Bezirksgericht 

Neuleng­bach zugeordnet

Ausgabe vom 06.10.1923

Atzenbrugg. (Auflassung des Bezirks­gerichtes.) Das Bezirksgericht Atzenbrugg hat, wie eine Verordnung der Bundesregierung
besagt, seine Tätigkeit am 31. Dezember 1933 einzustellen. Vom Gerichtsbezirk Atzenbrugg werden nur die Ortsgemeinden Thalheim
und Murstetten dem Bezirksgericht Neuleng­bach, alle übrigen Ortsgemeinden einschließ­lich der Ortsgemeinde Würmla dem 
Bezirks­gericht Tulln zugewiesen.

Murstetten kommt zur BH Hietzing-Umgebung

01.01.1924


Ausgabe vom 01.01.1924

Feuerwehrball im Gasthaus Kerschbaum

24.02.1924

Ankunft deutscher Kinder in Murstetten

13.02.1924

Ausgabe vom 28.02.1924

Ankunft deutscher Kinder in St. Pölten
Der Karitasverband des katholischen Volksbundes St. Pölten hat zusammen mit dem Karitasverband Wien eine Aktion zur Aufnahme deutscher Kinder in Niederösterreich eingeleitet.
Am Mittwoch den 13. Februar kam nun der Kindertransport an. Der Zug war ursprünglich für halb 1 Uhr angesagt, traf aber erst um 8 Uhr abends mit einer 7stündigen Verspätung ein. 
Da die einzelnen Orte, an denen sich katholische Familien bereit erklärt hatten, Kinder aufzunehmen, zum Abholen ihrer Pflegebefohlenen verständigt worden waren, so entstand durch die Verspätung eine ziemliche Verwirrung. In St. Pölten selbst, wurden die Kinder erwartet.

Es hatten sich eingefunden ........ und viele Familien, die noch am Abend, gleich nach Ankunft des Zuges die Kinder mit nach Hause nahmen.
Zugleich mit diesem Zuge kamen auch Kinder an, für Atzenbrugg und Türnitz, die durch eine eigene Aktion eingeladen waren. Im Volksbundheim, Domgasse Nr. 5, wurden die armen Kinder, die vielfach auf dem Transport in ungeheizten und unbeleuchteten Waggons untergebracht waren und die daher ziemlich erschöpft ankamen, gespeist.
Nun entstand die Frage, wo die 120 Kinder über die Nacht untergebracht werden sollten. Das Stationsamt St. Pölten hatte in äußerst entgegenkommender Weise einen Wartesaal heizen lassen, doch hat sich die Leitung der Aktion entschlossen die Kinder alle im   

Volksbundheim zu beherbergen. Hier wurden alle Zimmer die ganze Nacht geheizt und um 10 Uhr sanken die erschöpften Kinder auf ihre Lagerstätte hin. Am Donnerstag früh fuhren die einzelnen Gruppen von Begleitpersonen geführt, in ihren Bestimmungsort ab. da der Karitasverband Essen mehr Kinder sandte als zuerst gemeldet waren, mußten im Laufe des Donnerstag noch Plätze besorgt werden. Es blieben daher 21 Knaben bis zum Sonntag im Volksbundheim. Der Karitasverband fühlt sich verpflichtet allen katholischen Familien, die Kinder aufnahmen, den herzlichsten Dank für ihre Hilfsbereitschaft auszusprechen und bittet auch, entschuldigung zu wollen, daß viele drei-viermal auf die Bahn kamen. Von Murstetten sind vier Wagen dreimal nach Böheimkirchen zur Bahn gefahren und mußten immer wieder vergeblich nach Hause. Den Karitasverband trifft dabei kein Verschulden, da wir mit einer Verspätung von 7 Stunden nicht rechnen konnten.

Hauskrankenpflege
Pflegestation Neulengbach für Murstetten zuständig

Ausgabe vom 17.04.1924

Neulengbach. (Hauskrankenpflege) Am
11. April fand hier eine Versammlung des Hauskrankenpflegevereines statt.
........
 Der Verein pflegt arme Kranke ohne Unter­schied der Religion und politischen Partei. Auch Be­mittelte können gepflegt werden, letztere stellen aber nach Möglichkeit der Pflegerin das Essen bei und mögen auch einen Regiebeitrag, von dem ein Drittel die Schwester bekommt, das übrige der Ortsgruppe angewiesen wird, leisten. 
......
In der Ortsgruppe Neulengbach sind zwei Pflegestationen, eine hier mit einer weltlichen Pflegeschwester und eine in Eichgraben mit drei 

geist­lichen Schwestern aus dem Kloster Eichgraben-Stein.
......
Vom 1. Mai an wird unsere Station erweitert, statt einer Pflegerin kommen drei hierher aus dem Kloster Eichgraben. Dieselben sind der Bevölkerung schon be­kannt durch ihre großartige, opfervolle, opferfreudige Tätigkeit bei den Kranken. Wir begrüßen dieselben aufs freudigste!
Vielen Dank allen Schwestern-, die hier und in Eichgraben bisher in so selbstloser, hingebungs­voller Berufsfreudigkeit arbeiteten! 

Zur Pflegestation Neulengbach werden in Zukunft gehören die Gemein­den Asperhofen, Christophen, Grabensee, Inprugg, Kirchstetten, Markersdorf, Murstetten, Neulengbach, Ollersbach, Raipoltenbach, Tausendblum, Thalheim und Totzenbach mit zusammen 9426 Einwohnern. 


......

Radio-Empfangsstation in Murstetten

Ausgabe vom 23.08.1924

 

Murstetten. (Eine Radio-Empfangsstation) hat Herr Lehrer Liebisch im hiesigen Schulgebäude eingerichtet, wobei ihm die beiden Oberlehrerssöhne Othmar und Walter Ortmann wesentliche Dienste leisteten. Damit ist auch Murstetten dem europäischen Radio­verkehre eingegliedert.