Vom 1. Weltkrieg

Ausgabe vom 24.12.1914

Murstetten. «Vom Kriege.) Von unseren Soldaten sind teils verwundet, teils erkrankt:
Franz und Alois Hufnagl,
Aug. Kerschbaum,
G. Stadler,
I. Weilguni,
Deimbacher,
I. Schlem­bacher,
I. Böswarth und
Josef Kauper.
 
Besonders traurig ist das Schicksal des letzteren ( Josef Kauper) dem beide
Füße abgenommen werden mußten.
Er liegt im Spital zu Göding in Mähren. Einige der Obge­nannten
sind schon nahezu vollständig hergestellt und befinden sich gegenwärtig hier auf Urlaub.
Anton Müller aus Gumperding wird seit Ende August vermißt.

Ein Sohn des ehemaligen Gast­wirtes Winkelmüller in Winkling und ein Sohn
des hier gut bekannten gewesenen Stationsvor­standes am Franz-Josefs-Bahnhofe Herrn Czerni sind gefallen.- Bei der letzten Musterung wurden
hier 10 als tauglich befunden.— In Be­

zug auf Kriegsfürsorge wollte auch unsere Ge­meinde hinter -anderen nicht Zurückbleiben. Nach­ dem schon zu Beginn des Krieges ein Betrag von
über 1000 K durch die Gemeindevorstehung für das „.Rote Kreuz" gesammelt worden war, konnte nachträglich noch ein Betrag von 130 K und
neuestens wieder ein Betrag von 86 K als Ergeb­nis von Kirchensammlungen zugunsten unserer Soldaten abgesandt werden. Besonders hat sich die
Schule um die Soldatenfürsorge verdient gemacht.
Die Mädchen zupften Charpie und verfertigten Winterkleidungsstücke,  die Knaben stopften Ziga­retten, fast alle Kinder beteiligten sich auch lebhaft
an der Weihnachtsspende für die Soldaten. Es konnten zwei ansehnliche Ballen mit Charpie und Kälteschutzmitteln, über 4000 Zigaretten, und als
Weihnachtsgabe zwei Kisten im Gewichte van 145 Kilogramm abgesandt werden. Die Kosten wurden

zum Teil auch durch Spenden einzelner Wohltäter aufgebracht. Auch der Ortsschulrat widmete einen Betrag von 100 K zum Ankäufe von Winterkleidungsstücken. Besondere Anerkennung ver­dienen die Bemühungen des Lehrkörpers um die Kriegsfürsorge der Schule und die Opfer, die einzelne Lehrpersonen für die gute Sache gebracht haben.

Bild von 1914 aus Deutschland - Mädchen beim Zerpflücken von Charpie
Quelle: www.haller-zeitraeume.de

Anton Müller vermeintlich für tot erklärt.


Franz Schmid und Josef Brennhofer - Verwundet


Ausgabe vom 21.01.1915

Murstetten. (Von unseren Kriegern.)
Anton Müller, Bauerssohn ans Gumperding, wurde seit Ende August vermißt. Vor kurzem berichtete nun das Regimentskommando, daß der
Genannte am 28. August verwundet worden und am 7. November gestorben sei. Vermutlich war er in russische Gefangenschaft geraten. Am 16. d. M. wurde für den Verstorbenen, der ein braver Bursche und die Hauptstütze seiner verwitweten Mutter gewesen war, ein feierlicher Trauergottesdienst gehalten, an dem sich die Pfarrangehörigen
sehr zahlreich beteiligten.—

Verwundet wurden auch Franz Schmid, Sohn des hiesigen
Schlosser­meisters, und Josef Brennhofer, Maurerpolier in
Murstetten. Ersterer liegt im Spital zu Neiße in
Preuß.-Schlesien, letzterer war zuerst in Cgakaturn
in Ungarn, dann in Liebenau bei Graz und befin­det sich jetzt im Lazarett zu Würmla.

Zobel Karl verwundet

Ausgabe vom 15. 02. 1915

Johann Kohout und  Michael Müller - Heldentod

Ausgabe vom 25. 02. 1915  


 

Murstetten«. (Heldentod.) Wieder hat sich der Tod zwei junge Menschenleben aus unserer Ge­meinde als Kriegsbeute geholt. Vor längerer Zeit schon fiel Johann Kohout aus Gunnersdorf in Serbien
auf dem Felde der Ehre, worüber erst jetzt eine Mit­teilung der Auskunftsstelle des „Roten Kreuzes" Ge­wißheit brachte, nachdem schon lange keine Nachricht mehr von ihm gekommen war.
Samstag den 13. d. M. starb im Garnisonsspital in Wien der
Landsturm­infanterist Michael Müller aus Gumperding an 
Lungen­entzündung. Die Leiche wurde nach Gumperding über­führt 
und am 18. d. M. unter überaus zahlreicher Anteilnahme der Bevölkerung zu Grabe getragen. Auch die auf Urlaub zu Hause weilenden Soldaten der 
Ge­meinden Würmla und Murstetten nahmen am Begräb­nisse teil. Der Ortsseelsorger hielt dem Verstorbenen einen ehrenden Nachruf. 

Klassifikation tauglicher Pferde in Murstetten

Ausgabe vom 27. 03.1915

(Pferdeklassifikation.) Am 18. März
fand hier die Pferdeklassifikation statt. 455 Pferde
wurden vorgeführt, davon 45 für tauglich befunden.
Die am 19. d. fortgesetzte Klassifikation für die Ortsgemeinden
Hasendorf, Rust, Murstetten und Abstetten,
bei welcher 293 Pferde vorgeführt wurden, ergab
27 taugliche Pferde.

Hufnagel Alois - Verwundet

Ausgabe vom 24. 04. 1915

Hufnagel Alois

Anton Müller - Totgeglaubter in Gefangenschaft

Ausgabe vom 06.05.1915

Murstetten. (Freudige Nachricht.) Im August v. I. rückte auch Anton Müller aus Gumperding ein und kam alsbald nach Galizien, wo er nach einer privaten Mitteilung im Kampfe gegen die Russen verwundet wurde. Seitdem er­hielten seine Angehörigen keine Nachricht mehr bis
Anfang Jänner, wo beim Bürgermeister die amt­liche Mitteilung eintraf, daß Anton Müller ge­storben sei. Auf Grund dieser Nachricht wurde
ein feierlicher Trauergottesdienst gehalten, an dem sich die Pfarrangehörigen sehr zahlreich beteilig­ten. Zur allgemeinen Freude traf nun aber am 27. v. M. eine Karte ein, in der der Totgeglaubte mitteilt, daß er sich bei Wladiwostok- im äußer­sten Osten des russischen Reiches— in Gefangen­schaft befinde.

Josef Haindl - Heldentod

Ausgabe vom 08.07.1915

 

Murstetten. (H e l d e n t o d.) Vor kurzem hat der Tischlergehilfe
Josef Haindl aus Murstetten in Galizien den Heldentod erlitten. Er erhielt einen Bauchschuß, worauf er alsbald verschied. Er ist das dritte Todesopfer des Krieges aus unserer Gemeinde. 

Anton Gräll - Heldentod

Ausgabe vom 01. Oktober 1915

Johann Weilguni - Heldentod

Ausgabe vom 28.10.1915

Murstetten. (Heldentod.) Wieder hat der Krieg ein Todesopfer ans unserer Gemeinde ge­fordert. Johann Weilguni, verheirateter Schlosser, der beim 10. Feldjäger-Bataillon diente, war seit dem 22. Juli d. I., wo er an einem Gefechte bei Sokal in Galizien teilnahm, vermißt. Vorige Woche nun kam die amtliche Mitteilung, daß der Genannte den Heldentod gefunden 'Habe. Vorigen Dienstag wurde für ihn ein feierlicher Trauer­gottesdienst gehaktem

12.12.1915 Ehrenmedaillen für FF-Männer

Ausgabe vom 18.12.1915 

Bezirksfeuerwehrverband - Am 12 d. fand in Bruckners Gasthof zu Heiligeneich eine Ver­sammlung obigen Verbandes statt, bei welchem 
nach­stehende Feuerwehrmänner für ihre 25jährige Tätig­keit aus dem Gebiete des Feuerwehr- und Rettungs­wesens mit der Ehrenmedaille ausgezeichnet wurden: die Herren: 
Josef Hufnagl, Franz Linauer und Joh. Fellner, sämtliche Wirtschaftsbesitzer in Murstetten als Mitglieder der freiw. Feuerwehr Murstetten 

23. Dezember 1915

Murstetten. (Heldentod.) Am 29. No­vember fand Franz Rößler, Sohn des hiesigen Landbriefträgers, in Trstenik im Küstenlande den Heldentod durch Erfrieren. Er wurde im dortigen Ortsfriedhofe bestattet. Der Verstorbene, der ein musterhafter Bursche war, diente beim Inf.-Reg. und stand im 
21. Lebensjahre. Sein Tod trifft die Eltern um so schwerer, da vor kurzem
ein anderer Sohn gleichfalls im Felde fiel und ein Schwiegersohn seit November v. I. nichts mehr von sich hören ließ.

07. Jänner 1916

Franz KLAUS

26. Jänner 1916

17. Februar 1916

Tapferkeitsmedaillen

Murstetten. (T a p f e r k e i t s m e d a i l l en)
erhielten zwei unserer Krieger, u. zw. Franz Redl und Johann Kauper. Ersterer erhielt die bron­zene, letzterer die kleine silberne 
Tapferkeitsmedaille. Franz Redl erwarb sich die Auszeichnung
im Kampfe gegen die Italiener, Kauper im Kampfe gegen die Russen.

01.04.1916

Perschlingregulierung

(Perschlingregulierung.) Die durch russische
Kriegsgefangene verrichteten Regulierungsarbeiten
an der Mittelstrecke der Perschling schreiten rüstig
vorwärts. Wenn auch die Zwangsarbeit in ihren
Ergebnissen keinen Vergleich mit freiwillig geleiste­ter 
Arbeit aushält, und wir insbesondere nicht an
die Leistungen der vor dem Kriege in Arbeit gestan­denen 
Erdarbeiter denken dürfen, so müssen wir uns


doch freuen, daß überhaupt die Arbeiten wieder auf­genommen 
wurden und wir Aussicht haben, dieselben och in absehbarer Zeit beendet zu sehen. Bei den häufigen, jährlich wiederkehrenden Hochwässern ist die
endliche Fertigstellung des Flusses von wirtschaftlich höchster Bedeutung.

Ferdinand Hauer - Heldentod

Ausgabe vom 06.07.1916


Murstetten. (Heldentod) Nach einer Mitteilung des Feldturaten fand der Infanterist Ferdinand Hauer aus Murstetten am 08. Juni 1916 in den Gefechten bei Sopronow den Helden-

tod. Er war ein braver Bursche und ein tüchtiger Arbeiter. In ihm beklagt die Gemeinde Murstetten nunmehr das achte Todesopfer des Krieges.

1. Winkelmüller (Winkling)
2. Michael Müller (Gumperding)
3. Josef Haindl (Murstetten)
4. Anton Gräll
5. Johann Weilguni (Murstetten)
6. Franz Rößler (Murstetten)
7. Franz KLAUS (Murstetten)
8. Ferdinand Hauer (Murstetten)

( Musterung) Bei der am 30. v. M. abgehaltenen Musterung wurden 13 von 48 als geeignet befunden, darunter auch Herr Lehrer Ortmann.

Johann Datzinger, Alois Borschke - Heldentod

Ausgabe vom 05.08.1916

Murstetten. Am 6. Juli fand Johann Datzinger aus Obermoos, von einer Granate zerrissen, am südlichen Kriegsschauplatze und am selben Tage Alois Borschke aus Gottlos­berg am nördlichen Kriegsschauplatze den
Heldentod. Herr Datzinger hinterläßt außer seiner schwer geprüften Frau sechs Kinder, davon ist das älteste 10 Jahre alt. 

Johann Datzinger, Wirtschastsbesitzer in Obermoos,
Gemeinde Murstetten, fand als Landsturm-Infanterist
des k. u. k. Inf.-Reg. Nr. 27 am 6. Juli 1916 am Monte
Lolombaro, nördlich Asiago, in Italien den Heldentod und
wurde im dortigen Soldatenfriedhofe begraben. Um ihn
trauern seine Gattin und sechs Kinder. Gott schenke ihm
den ewigen Frieden!


Verlustliste

Ausgabe vom 16.08.1916

Franz Spiegel - Verwundet

Gefallene Helden

Ausgabe vom 07.09.1916

Murstetten. (Gefallene Helden.) In
den letzten Monaten erlitt unsere Gemeinde eine
ganze Reihe schwerer Verluste. Wie schon berichtet
wurde, fand Ferdinand Hauer, Taglöhnerssohn
aus Murstetten, am 8. Juni, Alois Borschke, Wirtschaftsbesitzer
in Gottlosberg, am 17. Juni und
Johann Datzinger, Wirtschaftsbesitzer in Obermoos,
am 6. Juli den Heldentod. Nach glaubwürdigen
Nachrichten ist auch Franz Hölblinger, Wirtichaftsbesitzerssohn
aus Thalheim, bereits am 6. Juni bei Dobranoc gefallen.
Er war ein braver Bursche und stand im 21. Lebensjahre.

Am 26. August starb Josef Scharl. Wirtschatsbesitzerssohn aus
Gumperding, im Garnisonsipital zu Graz im Alter von 30 Jahren. 
Er wurde am 28. Juli im Kampfe gegen die Russen schwer verwundet, wurde dann nach Miskoloz in Ungarn und von da nach
Graz gebracht. Der Tod trat infolge von Blutver­giftung ein. 
Die Leiche wurde nach Gumperding dem Heimatsorte des Verstorbenen, überführt uns vorigen Donnerstag in feierlichster Weise unter
überaus zahlreicher Teilnahme der Bevölkerung am
hiesigen Friedhofe bestattet. Josef Scharl war nicht
nur ein tapferer Krieger, auch sonst ein in jeder
Beziehung musterhafter Bursche. Möge Gött ihm und allen unseren Helden ein reicher Vergelter sein!

Feldkreuzweihe

Ausgabe vom 14.09.1916

(Feldkreuzweihe) Am 8. d. M. wurde ein neues Feldkreuz an der Straße
nach Gumperding, eine Spende der Herren
Johann Pfeiffer, 
Josef Hufnagl und 
Johann Gräll, unter
überaus, zahlreicher Teilnahme von Andächtigen
eingeweiht. An derselben Stelle war nach einer
glaubwürdigen Überlieferung zum ersten Male
im Kriegsjahre 1809 ein Kreuz errichtet worden.
Damals hausten die Franzosen hier geradezu entsetzlich. 
Murstetten wurde geplündert und dann mitsamt der herrlichen „Goldburg" 
in Brand geschossen. Die Stelle des Kreuzes soll die Grenze
bezeichnen, bis zu der die Franzosen kamen. Um wie viel sind wir doch in unserer Gegend im jetzigen Kriege besser daran als unsere Vorfahren Im
Jahre 1809!

Verlustliste

Ausgabe vom 21.09.1916


Josef Scharl

Ausgabe vom 02.11.1916

 

Josef Scharl, Wirtschaftsbesitzerssohn in Gumperding
Pfarre Murstetten, kämpfte seit 18. Jänner 1916 am
russischen Kriegsschauplatze, kam, durch einen Schrapnellschuß
am Kopfe und in der linken Hüfte schwer verwundet, ins
Reservespital-nach Miskolsz und 'von dort ins Garnisons­
spital nach Graz, wo er am 24. August 1916, versehen mit
den heiligen Sterbesakramenten, im 30. Lebensjahre den
Heldentod fürs Vaterland starb. Er wurde in seine Heimat
überführt und dort begraben. Gott möge ihm das Opfer
seines Lebens im Himmel reichlich belohnen I


 

19.11.1916 - Ehrenmedaillen FF-Männer

 

Bezirksfeuerwehrtag.
Sonntag den 19. November 1916 fand in Josef Bruckners Saal­-
lokalitäten zu Heiligeneich der Bezirksfeuerwehrtag des Gerichtsbezirkes
Atzenbrugg statt. Mit Rücksicht auf die schweren Zeiten unterblieben
Festlichkeiten.
Erschienen sind: Als Vertreter des n.-ö. Landesverbandes Herr
Bürgerschuldirektor Berger aus Klosterneuburg, als Vertreter des
Bezirksverbandes Herr Karl Schmidt, als dessen Stellvertreter Herr
Josef Muck, ferner Vertretungen der freiwilligen Feuerwehren von
Atzenbrugg, Dittersdorf, Heiligeneich, Michelndorf, Michelhausen,
Mur­stetten, Ponsee, Reidling, Rust, Sitzenberg, Trasdorf, Würmla und
Zwentendorf.

Der Obmann des Bezirksverbandes Herr Karl Schmidt eröffnet
die Sitzung und begrüßte in erster Linie den Vertreter des n.-ö.
Landes­verbandes Herrn Leopold Berger sowie die übrigen Vertretungen der
freiwilligen Feuerwehren des Gerichtsbezirkes Atzenbrugg auf das
herzlichste und hieß sie willkommen.

Um 2 Uhr nahm Obmann Karl Schmidt die Auszeichnung des Hauptmannstellvertreters der freiwilligen
Feuerwehr Atzenbrugg Karl Weber,
des Hauptmannstellvertreters Franz Bittner und
des Feuerwehrmannes Ignaz Kurzbauer der

freiwilligen Feuerwehr Murstetten mit der von 
Sr. k. u. k. Apostolischen Majestät gestifteten Ehrenmedaille für 25-jährige Tätigkeit auf dem Gebiete des Feuerwehr- und Rettungswesens vor und überreichte auch die denselben vom n.-ö. Landes-Feuerwehrverband zuerkannten Ehrenurkunden, hielt eine dem Feste entsprechende Ansprache, beglückwünschte die Dekorierten und endete mit einem dreimaligen Hoch auf den obersten Schirmherrn. 

 
Kriegsauszeichnung - Leopold Haindl 

Ausgabe vom 14.12.1916

Leopold Haindl mit seiner Gattin 

 

Murstetten. (Kriegsauszeichnung.)
Der Kaiser hat den Feuerwerfer-Beschlagmeister
Leopold Haindl, Sohn des Josef Haindl, für
besonders hervorragende pflichttreue Dienstleistung
vor dem Feinde das silberne Verdienstkreuz mit
der Krone am Bande der Tapferkeit allergnädigst
zu verleihen geruht. Wir wünschen ihm Heil und
Sieg. 

Heldentod

Ausgabe vom 04.01.1917

Murstetten. (Heldentod.) Am 6. Dezember
d. J.. fand Franz Felbermayer aus Murstetten am
russischen Kriegsschauplatze den Heldentod, nach­
dem er sich früher schon mehrfache Verwundungen
zugezogen hatte. Der tapfere Held war ein braver
Bursche und der einzige Sohn seiner schwer ge­prüften Eltern. 
Er stand im 22. Lebensjahre.

 
Nachrichten über Verwundete und Kranke 

Ausgabe vom 07. 01.1917

 
Sommergäste nicht erwünscht 

Ausgabe vom 29. 01. 1917


Sommergäste nicht erwünscht. 
Die Gemeindevertretung von Murstetten hat, wie 
sie uns mitteilt, gemeinsam mit dem Approvisionierungsausschuß beschlossen, den Sommerfrischlern von einem Aufenthalt in der hiesigen Gemeinde in diesem Sommer dringend abzuraten, da die Gemeinde infolge
Knappheit aller Lebensmittel nicht in der Lage ist, 
solche auch nur vorübergehend zu versorgen.

14. Juni 1917

 

Murstetten. (Todesopfer des Krie­ges.) Anläßlich der allgemeinen Mobilisierung mußte anfangs August 1914 auch der hiesige
Wirtschaftsbesitzer Josef Grubmüller einrücken.
Ohne auch nur einen Tag Urlaub zu erhalten,
kam er gleich nach Galizien, um an den großen
Kämpfen gegen die Russen teilzunehmen. Seit
Oktober 1914 war er vermißt. Nun kam endlich
die bestimmte Nachricht, daß er am 8. November
1914 am San in Gefangenschaft geriet und am
26. März 1916 in Kraßnojarsk an Typhus starb.
— Am 22. v. M fand der Landsturm-Infanterist
Johann Czernuschek, Bäckerssohn aus Mur­stetten, 
an der italienischen Front den Heldentod.
Im Bericht des Kornpagnie-Kommandanten heißt
es: „Einer unserer Bravsten... wurde an
diesem Tags, brav und tapfer an Seite seiner
Kameraden kämpfend, schwer verwundet und, trotz­

dem ärztliche Hilfe sogleich zur Stelle war und alle
Bemühungen angewendet wurden, war es in
Gottes Vorsehung bestimmt, daß dieser vorbild­liche
Soldat sein Leben für unser Vaterland hin­geben mußte.
Der Held, dessen Name der Nach­welt für kommende Zeiten erhalten bleiben wird, ruht nahe an der Stelle, an welcher er tapfer ge­stritten,
aufrichtig betrauert von seinen Kameraden
und Vorgesetzten, die seiner stets in Ehren gedenken
werden."— Landst.-Korporal Thomas Kraus
aus Obermoos wurde, gleichfalls im Kampfe
gegen die Italiener, kürzlich verwundet und kam
in ein Spital nach Bisenz in Mähren. Dort er­krankte er auch an Lungenentzündung, der er am 6. Juni erlag. 
Gott stärke die trauernden Ange­hörigen unserer toten Helden! 

Michael Mühlbacher - Heldentod
21. Juni 1917

Michael Mühlbacher

Michael Mühlbacher aus Thalheim, Pfarre Murstetten, ist im Schützen-Regimente Nr. 21 im Kampe gegen Italien an Zerschmetterung des Unterkiefers im 21. Lebensjahre am 19. Jänner 1917 im Herrn gestorben. Er liegt auf dem Militärfriedhofe zu Dutoolje, Küstenland, begraben. Gott gebe ihm die ewige Ruhe!

28. Juni 1917

 

Murstetten. (Todesfall.) Am 18. d. M. starb Frau Franziska Durkart, Schwiegermutter des gräfl. Althannschen Revierförsters C. Holub,
und wurde am 20. d. M. unter zahlreicher Beteili­gung zu Grabe getragen. Die Verstorbene stand im 94. Lebensjahre. 

Michael Böck - Verwundet

26. Juli 1917

Murstetten. (Todesfälle.) Am 13. d. M. starb in Wien Herr Ferdinand Haidinger aus Murstetten im 78. Lebensjahre. Früher Kaufmann
in Wien, brachte er es durch seine Tüchtigkeit zu an­ sehnlichem Wohlstände und lebte seit vielen Jahren als Privat in Wien.— 

Katharina Steinmetzger - verstorben

Samstag den 14. d. M. wurde Frau Katharina Steinmetzger, Friseurs­gattin von Murstetten, ins St. Pöltner Kranken­haus gebracht, um dort operiert zu werden, starb jedoch schon am zweitnächsten Tage, bevor nach die
Operation vollzogen wurde. Der Gatte der Ver­storbenen sowie seine beiden ältesten Söhne leisten Militärdienste, so daß die vier jüngeren Kinder sich
jetzt allein überlassen sind.

Trauung - Hufnagl 

Frl. Antonie Hufnagl aus Murstetten wurde am 10. d. M. in Wien mit Herrn Eduard Baron Altenburger, Bankbeamten in Wien, getraut.

Diebstahl im Hause Burger

Wie anderwärts zeigt sich auch hier Heuer eine ganz ungewöhnliche Lust nach fremdem Gute. Kirschen, Kartoffeln, Fleisch, Brot,
Schweine und Hühner sind besonders begehrte Artikel. Daß ürigens auch andere Sachen nicht verschmäht werden, zeigte ein kürzlich bei
Herrn Burger in Murstetten am hellichten Tage ausgeführter Diebstahl, bei dem der Täter nebst Brot und Fleisch auch eine goldene Uhr als Draufgabe
mitnahm.


Ausgabe vom 23.08.1917


Johann Hössinger - Heldentod

Murstetten. (Todesfälle.) Nach einer
Privatnachricht starb Herr Johann Hössinger, Wirtschaftsbesitzer in Murstetten, am 1. Mai d. J. in russischer Gefangenschaft. In ihm verliert die Gemeinde ein Mitglied des Gemeinderates, seine Familie einen treubesorgten Vater.— 

Franz Hönigsberger - Verstorben

Am 3, d. M. erkrankte der 10jährige Franz Hönigsberger aus Gottlosberg am
Starrkrampf. Trotz baldigster ärztlicher Hilfe und sorgfältigster Pflege, bei der die Eltern des Knaben von Herrn Lehrer Ortmann und seiner Gemahlin in
wirklich aufopfernder Weise unterstützt wurden, gelang es nicht, das junge Leben zu retten. Nach sechstägigem überaus schmerzlichem Krankenlager verschied der Knabe am 9, d. M. Samstag den 11, d. M. wurde er unter
Teilnahme zahlreicher Leidtragender, darunter auch der Schuljugend, zu Grabe getragen.— 

Kartoffel-Diebe ertappt

(Auf frischer Tat ertappt) wurde eine Frau aus W. in Begleitung ihres Sohnes, als sie in mondheller Nacht eben Kartoffel vom fremden Felde wegräumen wollte. Das wachsame Auge des Herrn Wachtmeisters Gill hatte sie entdeckt. Wie eine Hausdurchsuchung ergab, war dies nicht der erste
Diebstahl dieser Art.

Johann Bauer - verwundet


Johann Rössler erhält Tapferkeitsmedaille

Ausgabe vom 17. 11. 1917

Auszeichnung. Unser Landsmann Herr Johann Rössler in Murstetten erwarb sich in der 11. Isonzoschlacht die Silberne Tapferkeitsmedaille.

Knopfhardt Leopold - Heldentod


Josef Brennhofer aus Gefangenschaft entflohen

Ausgabe vom 23.02.1918

Murstetten. Aus der Gefangenschaft entflohen ist der Infantrist Josef Brennhofer,

Ziehsohn des hiesigen Maurermeisters Eichinger. Wie er schreibt kam er im Jänner d. J. glücklich in Lemberg an. Vorläufig muß er dort noch zurückbleiben.

Aloisia Katzer und Josef Burger - Verstorben

28.03.1918

 

Murstetten. (Todesfälle.) Sonntag den 17. d. M. wurde Frau Aloisia Katzer, Haus­besitzerin in Murstetten, unter überaus zahlreicher Teilnahme der Bevölkerung zu Grabe getragen. Den Kondukt führte Hochw. Herr Dechant
I. Puhm. Die Verstorbene stand im 83.. Lebensjahre.—

Samstag den 16. d. M. starb Herr Josef Burger, Wirtschaftsbesitzerssohn aus Murstetten, im St. Pöltner Spitale nach nur dreitägigem Krankenlager. Er wurde hierher überführt und am vorigen Mittwoch am hiesigen Friedhofe in feierlicher Weise bestattet. Vom Militärdienste ent­hoben, fand er in der Heimat ein allzu frühes Ende. Josef Burger war 35 Jahre alt und war
seinen betagten Eltern ein braver Sohn und uner­müdlicher Arbeiter. 

Karl Mühlbacher - Verwundet

Josef Brennhofer, Leopold Kerschner und Anton Müller - Heimkehrer

Ausgabe vom 27.04.1918

Murstetten. (Heimgekehrt.) Von unse­ren, in russischer Gefangenschaft befindlichen Kriegern find bereits drei zu kurzem Auf­enthalt in die Heimat zurückgekehrt: Josef Brennhofer, Ziehsohn des hiesigen Maurer­meisters Eichinger; Leopold Kerschner, Tisch­lergehilfe in Murstetten und Anton Müller, Wirtschaftsbesitzerssohn aus Gumperding.
Letzterer war seinerzeit schon amtlich totge­sagt worden, auch wurde ein feierlicher Trauergottesdienst für ihn gehalten. Seine Heimkehr ist umso bemerkenswerter, als er sich lange Zeit im äußersten Ostasien, bei
Wadiwostok, befand.

Karl Schmid - Heimkehrer

Ausgabe vom 29.08.1918

Murstetten (Glückliche Heimkehr)
Nach dreijähriger russischer Gefangenschaft ist Herr Karl Schmid, Sohn des hiesigen Schlossermeisters, allseits freudig begrüßt, am 24. d. M. glücklich hier angekommen. Er ist bereits der fünfte aus unserer Gemeinde, dem das Glück zuteil wurde.