Der Kameradschaftsbund Murstetten-Thalheim wurde 1923 gegründet von:
Obmann 1928, Franz Heidecker aus Winkling
Fahnenweihe
19.08.1928
(Ausgabe vom 30.08.1928)
Murstetten. (Fahnenweihe.) Sonntag den 19. August feierte der im Jahre 1923 gegründete Kameradschaftsverein Murstetten-Thalheim das Fest der Fahnenweihe. Um 5 Uhr früh war Weckruf, um 9 Uhr Feldmesse des Ortspfarrers. Nachmittags nahm der hochwst. Herr Propst und Prälat Ubald Steiner von Herzogenburg, der selbst einst als Feldkurat im Kriege gedient
hatte, die Fahnenweihe vor, wobei er eine die Bedeutung der Fahne kennzeichnende glänzende Rede hielt. H. Minister a. D. K. Buchinger sprach gleichfalls in beredten Worten über die Bedeutung der Festseier. Herr Lan-
deshauptmann-Stellv. Reither ließ sich' entschuldigen.
Als Fahnenmutter nahm Frau Josefa Heidecker aus Winkling, als Fahnenpatin Frau Anna Puxbaum aus Gunnersdorf an der Festfeier teil. Zur Feier fand sich auch eine Reihe fremder Kameradschaftsvereine ein, einige hatten sich angemeldet, waren aber nicht gekommen.
Bemerkt sei noch, daß auch die Gemeindevertretungen Murstetten und Thalheim sowie beide Feuerwehren am Feste teilnahmen. Daß die weißen Mädchen und die
Jungfrauen, darunter die Kongregation, nicht fehlten,
daß es auch Festgedichte gab und daß die Musikkapelle Würmla-Zwentendorf durch ihr unermüdliches Spiel viel zur Hebung der frohen Stimmung beitrugen. Auch die Sonne machte beim Anblick des festlich beflaggten Ortes und des festlichen Treibens den ganzen Tag ein
freundliches Gesicht. Nach der Fahnenweihe dankte Herr Franz Heidecker von Winkling als Obmann des Vereines allen, die irgendwie zum Gelingen der Feier beizutragen hatten, besonders auch Herrn Burger für die
Überlassung des Gartens zur Feldmesse und Fahnenweihe. Nach der kirchlichen Feier begab sich der Festzug noch zum Kriegerdenkmal, wo der Verein schon vormittags der gefallenen Krieger gedacht hatte. Ein
Gartenkonzert im herrschaftlichen Gasthause zu Thalheim und ein Tanzkränzchen beschlossen die Festfeier, deren gelungener Verlauf dem Verein zur vollen Befriedigung gereichen darf.
Auflösung des
Kameradschaftsbundes Murstetten
Das Aus für den ÖKB Murstetten ist bestätigt. Obmann Alois Siedl: „Vor zwölf Jahren wurde mir versichert, dass nach zehn Jahren meiner Obmannschaft ein Nachfolger diese Funktion übernehmen werde. Das war leider bis jetzt nicht der Fall und so stand der Verein schließlich ohne Führung da." Außerdem war bei den Ausrückungen des ÖKB Murstetten die Anwesenheit von Mitgliedern an einer Hand abzählbar. Ein Zusammenschluss mit den Nachbargemeinden Würmla, Perschling und Kapelln war wegen der Terminkollisionen bei traditionellen Ausrückungen praktisch nicht möglich, sodass sich der Kameradschaftsbund Ortsverband Murstetten zur Auflösung entschloss.
Am Bild rechts, Obmann Alois Siedl